Linzer Torte für die Kulturreferentin ?

- "Ich stehe auch für eine zweite Amtszeit zur Verfügung." Das sagte Lydia Hartl im vergangenen Jahr bei Antritt ihrer ersten Amtszeit als Kulturreferentin der Stadt München. Was aber nun? Aus Linz kommt die Kunde, die doppelt promovierte Professorin (Dr. med. und Dr. phil.) habe sich an der dortigen Universität um die Professur für Medientheorie beworben.

<P>Hat Lydia Hartl bereits genug von der Münchner Kulturpolitik? Wirft sie etwa vorzeitig das Handtuch, weil die bevorstehenden, massiven Etat-Kürzungen empfindlichste Einschnitte ins Fleisch von Kunst und Kultur bedeuten? Oder flieht sie gar ihren Posten, weil`s immer wieder Schwierigkeiten im eigenen Hause geben soll? Will sie mit der Linzer Bewerbung ihre internen Kritiker ein bisschen unter Druck setzen, indem sie signalisiert, dass sie nicht auf München angewiesen sei? Denkbar auch, dass das Gegenteil der Fall wäre. Hat man ihr vielleicht von höherer Stelle nahe gelegt, sich unter Gesichtswahrung nach Alternativen umzuschauen? <BR><BR>Nichts von alldem trifft zu, sagt Lydia Hartl und versteht die Aufgeregtheit nicht: "Das ist ganz normaler akademischer Betrieb. Es stimmt, dass ich am kommenden Montag an der Universität in Linz einen Vortrag halte." Anders als ihr Vorgänger im Kulturreferat, Julian Nida-Rümelin, der sich von seiner Göttinger Professur nur hatte beurlauben lassen, habe sie sich schließlich ganz frei gemacht vom universitären Betrieb. </P><P>"Das bedeutet für mich, beruflich gesehen, ein gewisses Risiko. Als Kulturreferentin kann ich meine wissenschaftliche Qualifikation im Bereich Medizin nicht aufrecht erhalten, das ist klar, aber mein anderes Standbein, die Medienkunst." Aus diesem Grund erachte sie es für notwendig, sich um solche akademischen Auswahlverfahren, bei denen sie ja nicht die einzige Kandidatin ist, zu bewerben. "Das werde ich auch immer wieder tun. Und ich bin stolz darauf, dazu auch eingeladen zu werden." <BR><BR>Wie`s in Linz auch ausgehen mag, ob sie sich von der akademischen Torte dort ein Stück herausschneiden darf oder nicht, Lydia Hartl meint: "Ich will in München bleiben. Ich habe nicht die Absicht, die Position hier aufzugeben." <BR></P>

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