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Lionel Richie bei einem Konzert.

Sänger in der Münchner Oly-Halle

Konzert-Kritik: Die Nacht durchtanzen mit Lionel Richie

München - Lionel Richie begeisterte bei seinem Konzert in der Münchner Olympiahalle. All The Hits, All Night Long - den Titel des Abends darf man bei diesem Mann wörtlich nehmen. Die Kritik.

Mit Lionel Richies Gesamtwerk lässt sich locker eine Nacht durchtanzen. Einziger Haken: Man kriegt die Nummern am nächsten Tag kaum mehr aus dem Kopf. Wollen die begeisterten Fans in der gestern Abend fast ausverkauften Olympiahalle auch gar nicht. Verzückt hängen sie an den Lippen des 65-Jährigen, der zwar ordentlich schwitzend, aber ungeheuer energiegeladen über die Bühne jagt.

Richies Stimme haut noch immer um wie damals in den Achtzigern, als er seine großen Erfolge feierte. Daran erinnern sich indes nicht alle Gäste an diesem Abend. Amüsiert spricht er diese Gruppe junger Leute an, die ihn heute auf der Straße mit "Mr. Richie" ansprächen und ihm begeistert erzählten: "Meine Eltern haben Ihre Musik gehört, als ich aufwuchs." Gespielt empörte Miene bei dem großartigen amerikanischen Entertainer - und begeistertes Lachen bei den alten Fans, die ihn von Anfang an begleiten. Ihnen dürfen die Jungen bei einer Reise in die Vergangenheit zuschauen, auf der sie sich gemeinsam an Momente erinnern, in denen man noch seine "Kassette herausgriff und Lionel Richie einlegte". Ja, er kann nicht nur Piano spielen und mit dieser unverwechselbaren, immer ein bisschen quäkenden Stimme Welthits zelebrieren, sondern ist auch richtig witzig und unheimlich sympathisch. Starallüren? Fehlanzeige.

An diesem Abend hält es keinen durchgehend auf den Plätzen: "München, ihr seid doch nicht gekommen, damit ihr nur mir beim Tanzen zuschaut!" Also aufgesprungen, mitgemacht, gefeiert. Er kann es immer noch. Und seine treuen Wegbegleiter genauso.

Katja Kraft

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