Literatur-Nobelpreis: Über das Mit- und Gegeneinander

- Der Gewinner des diesjährigen Literatur-Nobelpreises wird voraussichtlich am 12. Oktober bekannt gegeben. Als Favorit gilt der türkische Schriftsteller Orhan Pamuk, hieß es am Freitag in der schwedischen Akademie. Der englische Buchmacher Ladbrokes hält ihn Medienberichten zufolge für den aussichtsreichsten Kandidaten. Die Entscheidung der Jury wird traditionsgemäß an einem Donnerstag im Oktober veröffentlicht und das Datum erst kurzfristig angekündigt.

Da am heutigen Freitag ein entsprechender Hinweis ausblieb, gehen Beobachter vom 12. Oktober aus. Als weitere Anwärter auf die begehrteste Literaturauszeichnung der Welt geten der syrische Dichter Adonis und der polnische Publizist Ryszard Kapuscinski. Pamuk war bereits im vergangenen Jahr mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels geehrt worden. Die Werke des 54-jährigen wurden in 34 Sprachen übersetzt. Zu seinen bekanntesten Titeln zählen "Die weiße Festung", "Rot ist mein Name" und zuletzt "Schnee".

Pamuk ist der international berühmteste türkische Gegenwartsschriftsteller, seine Themen sind das Mit- und Gegeneinander von Orient und Okzident sowie die osmanisch-türkische und die europäische Geschichte. In seiner Heimat brachte er mehrfach Nationalisten gegen sich auf und musste sich wegen "Herabsetzung des Türkentums" vor Gericht verantworten. Alle Nobelpreise sind mit jeweils zehn Millionen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotiert. Letzter deutscher Preisträger war 1999 Günter Grass.

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