Lounge und Literatur

- Die elektronische Musik wummert, die futuristischen Gummisessel quietschen. Man nennt das Lounge. Also wieder so ein neues trendiges Festival? Falsch, denn "Wortspiele", das Internationale Festival Junger Literatur, hat Tradition und findet bereits zum fünften Mal statt.

<P>Und kaum, dass der erste von 22 internationalen Teilnehmern die Bühne der Münchner Muffathalle betritt, wird klar, warum den Nachwuchsautoren ein eigenes Forum zuteil werden muss: Einen Roman wie einen Fiebertraum legt Claudia Klischat mit "Morgen. Später Abend" vor. Sprachmächtig, assoziativ-flirrend erzählt sie die Geschichte über sich auflösende Familienverhältnisse und das zerfallende Bewusstsein des Protagonisten.<BR><BR>Wiederum völlig anders, aber nicht minder originell, die morbide Schilderung vom archaischen Leben auf einer fiktiven Ostseeinsel in Sünje Lewejohanns Debüt "Am Sonntag will Gott zu Atem kommen". Bezaubernd bitter-süß: "Meine weißen Nächte" von Lena Gorelik, die den Publikumspreis des ersten Abends für sich beanspruchen durfte. <BR><BR>Trendig zwar die Clubatmosphäre des Festivals, überzeitlich jedoch die Themen wie Liebe, Freundschaft, Tod. An diesem Samstag, am letzten Festivaltag, wird der Jurypreis für junge Literatur durch Bayern Zwei Radio verliehen. Zuvor zu hören: Leander Scholz ("Fünfzehn falsche Sekunden"), Mascha Kurtz ("Räuber und Gendarme"), Arnon Grünbergs "Der Vogel ist krank", Silke Scheuermanns "Reiche Mädchen" und "Wir sprechen uns noch" von Florian Werner.<BR><BR>"Wortspiele", an diesem Samstag, 20 Uhr.</P>

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