Luckners Marseillaise

- Vertrauensvoll wirft sich die junge Dame im weißen Gewand und dem Tuch mit den weiß-blauen Rauten an die Brust der zur Hilfe eilenden Göttin. "Gallia beschützt Bavaria" heißt das 1805 entstandene allegorische Ölgemälde, das den Anschluss des von Österreich bedrohten Bayern an Frankreich preist. Mit ihm werben die Staatlichen Archive Bayerns und Frankreichs und die Montgelas-Gesellschaft zur Förderung der bayerisch-französischen Zusammenarbeit für ihre gemeinsame Ausstellung "Bayern und Frankreich: Wege und Begegnungen. 1000 Jahre bayerisch-französische Beziehungen".

Dokumentiert wird der französische Einfluss auf die Geschicke Bayerns - und umgekehrt. Von dynastischen Bündnissen, von Konflikten und Friedensschlüssen zeugen in den Räumen des Hauptstaatsarchivs zahlreiche Archivalien wie Urkunden, Fotos, Gemälde sowie Kunstgegenstände. Der begleitende, 500 Seiten starke Katalog führt die einzelnen Objekte mit detaillierten Informationen auf und bietet eine wertvolle, auf Deutsch und Französisch nachlesbare Ergänzung zu der sorgfältig kuratierten Präsentation. Dass diese den Besucher trotz ihres breit gefächerten Ansatzes nicht erschlägt, liegt an der dankenswerten Zurückhaltung, sich bei den Exponaten auf Wesentliches und Aussagekräftiges zu beschränken.

Neben den politischen und dynastischen Beziehungen wird auch der rege wirtschaftliche und kulturelle Austausch zwischen den beiden Staaten thematisiert. Und dieser lässt sich nicht selten auf religiöse und politische Konflikte zurückführen. Vor allem während der Hugenottenvertreibungen siedelten sich zahlreiche Franzosen in Bayern an, brachten ihre Sprache und Sitten mit.

Von Bayern, die es nach Frankreich zog, nicht zuletzt im Zugwind der Revolution von 1789, berichtet die Ausstellung ebenfalls sehr ausführlich. Nicht nur der Fall des bayerischen Jakobiners Eulogius Schneider, der 1793 auf der Guillotine endete, stellt eine hochinteressante Anekdote der Geschichte dar. Auch die Tatsache, dass die berühmteste Nationalhymne der Welt, die "Marseillaise", einem Bayern gewidmet ist, könnte beim ein oder anderen Besucher zum "Aha-Effekt" führen: Es war Nikolaus Graf Luckner, Kommandant der Rhein-Armee.

Täglich 10-18 Uhr, Ludwigstraße 14, Eintritt frei, Katalog 38 Euro.

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