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2014 ist es 700 Jahre her, dass Ludwig zum deutschen König gewählt wurde.

Ludwig der Bayer

Als wir Kaiser waren

Regensburg - Die Bayerische Landesausstellung erzählt ab dem 16. Mai in Regensburg von Ludwig dem Bayern. Anlass der Schau ist der 700. Jahrestag der Wahl von Bayernherzog Ludwig zum deutschen König.

Das Wasser war schuld. Genauer: das Hochwasser. Es hat bewirkt, dass die kürzlich beendete Bayerische Landesausstellung „Main und Meer“ mit 90.000 Besuchern die angepeilte 100.000er-Marke knapp verfehlte. Das berichtete Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, das die Landesausstellung verantwortet, bei seiner gestrigen Jahrespressekonferenz im Münchner Presseclub. Gleichwohl freute sich Loibl, dass diesmal nicht wie gewohnt die „Best-Ager“ die größte Gruppe unter den Besuchern darstellten, sondern vielmehr Schüler und junge Familien.

Mal sehen also, wen die kommende Landesausstellung vorwiegend anlocken wird, die von 16. Mai an in Regensburg zu sehen ist. Und nachdem „wir“ (die Deutschen und speziell die Bayern) bis vor kurzem ja Papst waren, hat man der Schau den Titel gegeben „Wir sind Kaiser!“. Wobei mit „wir“ diesmal nur die Bayern gemeint sind, weil Kaiser Ludwig der Bayer (1281 – 1347), um den es diesmal geht, eben diesem Stamm angehörte.

Anlass der Schau ist der 700. Jahrestag der Wahl von Bayernherzog Ludwig zum deutschen König, die 1314 bei Frankfurt (am Main!) stattfand, wie Projektleiter Peter Wolf ausführte. Und nachdem Ludwig dann in der berühmten Schlacht von Mühldorf (Schwerter und sonstige archäologische Relikte davon werden in der Ausstellung gezeigt) gegen die Österreicher gesiegt hatte, wurde er in Rom zum Kaiser gekrönt.

Ob es also eine späte Geste der Versöhnung ist, dass man ausgerechnet einen Österreicher mit der Ausstellungsgestaltung beauftragt hat? Friedrich Pürstinger wird in der gotischen Regensburger Minoritenkirche fünf Ebenen einbauen, auf denen der Besucher peu à peu höher steigt. Zu sehen kriegt er dabei nicht nur historische Dokumente wie die Goldbulle, die das erste „originalgetreue“ Stadtbild des mittelalterlichen Rom zeigt, sondern etwa auch riesige Thronsessel, die als Vitrinen dienen, oder Schattenspiele, die eine bewegte mittelalterliche Schlachtszenerie simulieren.

Fast die Haupt-„Exponate“ sind allerdings die Originalschauplätze in Regensburg wie etwa der kaum bekannte Dom-Kreuzgang, an denen die Ausstellung stattfindet. Die Freie Reichsstadt Regensburg erlebte zur Zeit Ludwigs des Bayern ihre wirtschaftliche Blüte, weswegen sich der Kaiser etwa 40 Mal dort aufhielt: Der arme Schlucker benötigte die reichen Patrizier und Kaufleute der Stadt als Geldgeber.

Um uns aber die Wartezeit bis zum Beginn der Schau zu verkürzen, hat das Haus der Bayerischen Geschichte soeben ein umfangreiches neues Heft seiner „Edition Bayern“ veröffentlicht, das bei der Pressekonferenz ebenfalls vorgestellt wurde. Unter dem Titel „Rebellen. Visionäre. Demokraten“ widmet sich das Buch der „Widerständigkeit in Bayern“. Neben Freiheitskämpfern wie dem Schmied von Kochel, Revolutionären wie Kurt Eisner und Kunstrebellen wie Rainer Werner Fassbinder ist dort auch der berühmte Anarchist Franz Josef Strauß aufgeführt.

Darüber staunt man zwar als Laie, aber wie der einstige Ministerpräsident unter die Widerständler kam, werden uns die Wissenschaftler schon erklären. Etwa im geplanten Museum der Bayerischen Geschichte in Regensburg, dessen Bau im Jahr 2015 beginnen soll, wie bei der Pressekonferenz zu erfahren war. Die Eröffnung ist dann für das Jahr 2018 geplant.

Die Bayerische Landesausstellung 2014:

„Ludwig der Bayer – Wir sind Kaiser!“ ist vom 16. Mai bis 2. November 2014 in Regensburg zu sehen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.hdbg.de.

Von Alexander Altmann

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