Ludwigshafener "Filmkunstpreis" für Dominik Graf

Ludwigshafen - Beim 4. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen ist "Das Gelübde" von Dominik Graf mit dem Filmkunstpreis 2008 ausgezeichnet worden.

Der Film schildert die Begegnung des Dichters Clemens von Brentano (Misel Maticevic) mit der angeblich stigmatisierten und von Visionen heimgesuchten Nonne Anna Katharina von Emmerich (Tanja Schleiff) zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Graf habe sich die Freiheit genommen, die Begegnung als Geschichte zu erzählen, die große Themen der deutschen Geistes- und Literaturgeschichte behandele, sagte Juror Michael Althen bei der Preisverleihung am Sonntagabend in Ludwigshafen.

Um den mit 50 000 Euro dotierten Preis konkurrierten insgesamt zehn Spielfilme, darunter ein Beitrag des Regisseurs Volker Schlöndorff, der unter anderem mit dem Film "Die Blechtrommel" bekanntwurde. Die dreiköpfige Jury vergab zudem an zwei Wettbewerbsfilme eine "besondere Auszeichnung": Die nicht mit Geld verbundene Ehrung ging an "Mondkalb" von Sylke Enders (Buch und Regie) und an "Sieben Tage Sonntag" von Niels Laupert (Buch und Regie).

Der nicht dotierte "Publikumspreis" wurde ebenfalls zweimal vergeben: Geehrt wurden "Nur ein Sommer" von Tamara Staudt (Buch und Regie) und "Finnischer Tango", bei dem Buket Alakus Regie führte. Das Buch schrieben Jan Berger und Marcus Hertneck. Für diesen Preis konnten auch 13 andere Festivalfilme vorgeschlagen werden, die nicht am Wettbewerb teilgenommen hatten.

Den Siegerbeitrag "Das Gelübde" würdigte Althen als "große Filmkunst". Graf, der zusammen mit Markus Busch das Drehbuch schrieb, erzähle das Thema als Geschichte, die von Aufklärung, Gläubigkeit und Frömmigkeit sowie von Dichtung und Wirklichkeit handele. Dabei begreife er die Geschichte "als Raum (...), durch den man sich mit derselben Neugier bewegen kann wie durch die Gegenwart".

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