"LUpupa": Bitteres Lustspiel

- Es ist mutig, die Spielzeit mit der Premiere eines zeitgenössischen Werks zu eröffnen. Hamburgs Opernchefin Simone Young knüpfte damit an die Tradition und programmatische Zielsetzung ihres Vorgängers Ingo Metzmacher an und zog die deutsche Erstaufführung von Hans Werner Henzes Märchenoper "LUpupa und der Triumph der Sohnesliebe" für die Elbmetropole an Land. Wie der starke Schluss- Beifall am Sonntagabend zeigte, gelang der australischen Dirigentin ein beachtlicher Erfolg.

Das wunderbar luftige, auch bitter-schmerzliche "Lustspiel" des heute 80-jährigen Komponisten hatten Dieter Dorn und Jürgen Rose 2003 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. In Hamburg beschränkt sich Bühnenbildner Rainer Sinell geschickt auf zwei schnell verschiebbare Grundspielorte mit fantasievoll wechselnden Kulissen für Henzes elf Tableaus: auf ein naiv gezeichnetes arabisches Kuben- Dorf mit einem Minarett und auf eine vom nachtblauen Sternenhimmel überstrahlte Wüste.

Regisseur Josef E. Köpplinger, der am Münchner Gärtnerplatz schon erfolgreich Operette inszeniert hat, konzentrierte sich auf die komischen und bizarren Aspekte der Fabel, ohne jedoch hinreichend die psychologische Tiefe auszuloten. Simone Young am Pult des Philharmonischen Staatsorchester nahm sich der vielschichtigen, mit echten Geräuschen und wundersamen Naturlauten gekrönten Partitur mit funkelnder Klangsinnlichkeit an.

Dem Dämon hat Henze die wohl fantastischste Partie geschrieben. Roberto Saccà verlieh ihr bedrängendes Leben und erhielt dafür heftigen Applaus. Als Kasim kam der neuseeländische Bariton Teddy Tahu Rhodes noch nicht an die Ausdruckskraft von Matthias Goerne in Salzburg heran.

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