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Würgten die Gitarren im Münchner Zenith: Gary Rossington (re.), einziges Gründungsmitglied in der aktuellen Lynryd Skynyrd-Besetzung, und Rickey Medlocke.

Lynyrd Skynyrd: Der Südstaatler in uns

München - Lynyrd Skynyrd luden im Münchner Zenith zur Nostalgie-Party: Lesen Sie hier die Konzertkritik!

Die Welt hat Lynyrd Skynyrd vieles zu verdanken: etwa die unsterbliche Legende einer Rockband, die bei einem Flugzeugabsturz umkommt, den unverwüstlichen Wiesnhit „Sweet Home Alabama“, zu dem Bayern, Japaner, Russen und Sachsen einträchtig ihr Heimweh zu einem US-Bundesstaat bekunden können, den sie in der Regel niemals auch nur aus der Ferne gesehen haben. Und dann verdankt die Welt Lynyrd Skynyrd natürlich die Figur des frustrierten Schuldirektors Skinner aus der Zeichentrickserie „The Simpsons“ – er basiert auf jenem unbeliebten Lehrer, der Lynyrd Skynyrd – damals noch eine Schulband – zu ihrem Namen inspirierte.

Eine derart verdienstvolle Band muss also nichts mehr beweisen, und so lieferte Lynyrd Skynyrd im nur halb gefüllten Münchner Zenith nicht Neues oder Innovatives. Warum auch? Die Amerikaner spielten kernig arrangierten Southern Rock. Sehr laut und mit der lässigen Attitüde, die dazugehört zu so einem Konzert. Also genau das, wonach die eingeschworene Fangemeinde verlangt. Auch wenn diese natürlich weiß, dass die Herren auf der Bühne mit Ausnahme des unverwüstlichen Gitarristen Gary Rossington nicht wirklich Lynyrd Skynyrd sind (siehe: Flugzeugabsturz).

Das aber ist egal. Heute Abend ist man hier, um den Südstaatler in sich zu feiern und die alten Biker-Kutten auszuführen, die bei einigen schon ein bisschen spannen. Es ist eine derbe Nostalgie- Party, und Lynyrd Skynyrd liefern dazu gekonnt den Soundtrack. Mehr kann man auch nicht verlangen von einer Band, die es eigentlich gar nicht mehr gibt.

Zoran Gojic

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