Maazel: Zu viel Mittelmaß auf dem Musikmarkt

München - Lorin Maazel, neuer Chefdirigent der Münchner Philharmoniker, kritisiert, dass es "so viel Mittelmäßigkeit" auf dem Musikmarkt gebe, "vor allem bei den Entscheidungsträgern".

Im Interview mit dem Münchner Merkur sagte er: "Wer wirklich weiterkommen soll, darüber wissen die wenigsten Bescheid." Deshalb versuche er gegenzusteuern, wenn er junge Dirigenten oder Sänger fördere. "Es gibt auch zu viel Neid und Eifersucht. Eine echte Begabung zu erkennen, davor haben viele Angst."

Der 82-Jährige leitet am Donnerstag sein Antrittskonzert in München, auf dem Programm steht Mahlers neunte Symphonie. Sein Vertrag gilt vorerst für drei Jahre. Dass in diesem Zusammenhang oft sein Alter thematisiert werden, stört den Star-Dirigenten nicht. "Ich kann nichts dafür. Denen, die später geboren sind, passiert das auch noch."

Er habe jahrelang darunter gelitten, als junger Mann in einem Beruf aktiv zu sein, in dem es nur ältere Kollegen gegeben habe. "Dreißig Jahre lang war ich dann irgendwie nicht alt und nicht jung. Und in den letzten zehn Jahren musste ich zu meiner größten Verwunderung feststellen, dass ich älter geworden bin. Ein Schock! Aber ich sehe das philosophisch: Que sera, sera…"

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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