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Sieg! Dank zahlreicher Kleinstsponsoren hat es der Film „Chi l’ha visto – Wo bist du“ von Claudia Rorarius (Szene mit Gianni Meurer) ins Kino geschafft.

Die Macht der Masse

München - „Crowdfunding“: Immer mehr Kulturschaffende setzen auf Kleinstsponsoren um Projekte zu finanzieren. Zum Beispiel Regisseurin Claudia Rorarius.

Das Prinzip ist simpel, effektiv – und dank des Internets gut umzusetzen. Es lautet: Die Masse macht’s. „Crowdfunding“ (etwa: Schwarmfinanzierung) ist eine Form der Kulturförderung, die in jüngster Zeit auch bei deutschen Künstlern immer beliebter wird. Hierbei finanzieren viele Kleinstsponsoren gemeinsam ein Projekt über eine bestimmte Zeit – und erhalten dafür von den Machern verschiedene Prämien als Dankeschön.

Der Münchner Comiczeichner Peter Wiechmann will mit Hilfe seiner Fans das Geld zusammenbekommen, um die Comic-Reihe „Primo“ aus den Siebzigern auferstehen zu lassen. Der Regisseur Sergej Moya hat mittels Crowdfunding gerade die notwendigen 170 000 Euro zusammenbekommen, um seinen Film „Hotel Desire“ mit Clemens Schick und Saralisa Volm drehen zu können.

Auch die Berliner Fotografin und Regisseurin Claudia Rorarius setzte – mit Erfolg – auf die Unterstützung vieler Menschen und brachte ihr Spielfilmdebüt „Chi l’ha visto – Wo bist du“ ohne Verleih in die Kinos: „Zwar werden unabhängige, deutsche Produktionen in der Herstellung massiv gefördert, im Vertrieb dagegen bleiben die kleinen Filme seit einigen Jahren auf der Strecke“, fasst Rorarius zusammen. In ihrem Erstling erzählt sie unverkrampft, in stimmigen Bildern und mit viel Gespür für Zwischentöne von einem Halbitaliener, der in Deutschland bei der Mutter aufwuchs und sich nach 25 Jahren auf die Suche nach seinem Vater macht. 115 Unterstützer hat die Regisseurin über das Internet erreicht.

Diese haben ihr zwischen fünf und 1000 Euro zur Verfügung gestellt. So kamen in sieben Wochen 8000 Euro zusammen, die Rorarius aus der eigenen Tasche auf 15 000 Euro aufgestockt hat, um ihren Film in ausgewählten Kinos zeigen zu können. Um das Geld wieder reinzubekommen, hofft sie nun auf viele Zuschauer und Menschen, die später die DVD von „Chi l’ha visto – Wo bist du“ kaufen. Crowdfunding hält Claudia Rorarius in jedem Fall für eine Prinzip mit Zukunft. Denn: „Kultur darf man nicht unter rein wirtschaftlichen Aspekten betrachten.“

„Chi l’ha visto – Wo bist du“ läuft am Samstag und Sonntag jeweils um 18 Uhr im Münchner Werkstattkino, Fraunhoferstr. 9.

Michael Schleicher

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