Märchenhaftes Glück

- Eine gute Fee, die einem drei Wünsche freigibt . . . Wer hat sich das noch nie vorgestellt? Und jedes Kind ahnt, dass Reichtum nicht die einzig wahre Lösung sein kann, sonst würde die kluge Fee nicht gleich drei Gutscheine ausstellen. Von dem Geheimnis um die Beschaffenheit des Glücks handelt Birgit Hagebys und Lars Rudolfssons Stück "Die drei Wünsche", das von Johann Peter Hebels gleichnamigem Märchen umrahmt wird. Johannes Schmid hat dieses Doppelmärchen mit leichter Hand auf die Bühne der Münchner Schauburg (Theater der Jugend) gezaubert.

Zwei Mägde, Lisbeth und Signe, rutschen auf Knien mit Putzlumpen den Boden entlang. Dünne, variable Wände dienen unter anderem als Gasthaus, dessen Wirt sehr böse ist. Herein platzt ein Märchenerzähler und setzt den Mägden den Floh von den drei Wünschen ins Ohr. Immer wieder durchbricht Klaas Schramm mit der Erzählung des Hebel-Märchens von der versehentlich gewünschten Nasen-Bratwurst die Handlung. Und er begleitet auf dem Waschbrett, zusammen mit Klarinettist und Akkordeonspieler, die Lieder des Komponisten Guus Ponsioen, die hier doch etwas sehr holprig gesungen sind. <BR><BR>Es kommt, wie es kommen muss: Lisbeth begegnet der Fee, und vor lauter Wohlsein lässt sie Signe im Stich. Was sie noch bitter bereut. Lucie Muhr und Tamara Hoerschelmann führen ein wahres Mägdeballett auf, wenn sie mit eingezogenen Köpfen und verbogenen Körpern über die Bühne turnen. Hussam Nimr schlägt als Wirt tyrannisch den Takt dazu. Und wenn sie sich nicht wieder verwunschen haben, dann werden die Mägde noch lange diese hübsche Geschichte ihrer wiedergefundenen Freundschaft erzählen.

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