Von Maestro Margarini bis zur ersten Liebe

- Mittlerweile hat sich die Situation umgekehrt: Opernhäuser oder Orchester, die keine Jugendarbeit betreiben, bilden fast eine Randgruppe. Seit dieser Spielzeit trumpft die Bayerische Staatsoper erst recht mächtig auf: "Sieben starke Initiativen" kündigt GMD Kent Nagano an. Initiativen, für die auch Geld sprudelt, lassen sich doch Nachwuchsaktionen offenbar bestens bei den Sponsoren "verkaufen".

So kam es zum Beispiel, dass das Opernstudio wiederbelebt wurde. Jene Institution also, die jungen Sängern Ausbildungs- und Einsatzmöglichkeiten bietet und die vor einigen Jahren aus Spargründen zum "Jungen Ensemble" zusammengeschnurrt war. Jetzt will man sogar wieder eine eigene Produktion stemmen (Prokofjews "Liebe zu den drei Orangen"), und ein eigener Leiter wurde auch gefunden: Laurent Pillot, früher an der Oper Lyon engagiert, später in Los Angeles, zwei Häuser, an denen Nagano wirkte.

Acht Mitglieder hat das Opernstudio, die sich bald in Konzerten vorstellen werden, unter anderem im Juli 2007, wo sie mit der Orchesterakademie eine Art Oratorium zum Thema "erste Liebe" uraufführen werden. Komponist: Minas Borboudakis. Zusätzlich gründet die Staatsoper ein Jugendorchester. Für "Attacca" wurden Vorspiele im Januar 2007 angesetzt. Eingeladen sind Jugendliche ab dem zwölften Lebensjahr, die schon mehrere Jahre Instrumentalunterricht haben. Geplant sind regelmäßige, mehrstündige Proben, Nagano selbst betreut einen Workshop, erster Auftritt ist am 10. Juni 2007. Den Kauf von Schüler- und Studententicktes will die Staatsoper mit einer "Karte Junges Publikum" anheizen, vereinfachen und verbilligen (Saisonpreis: 20 Euro).

Überdies wird ab 26. Februar eine "Patenschaftswoche" veranstaltet. "Bewerber aus dem Publikum", also altgediente Abonnenten etwa, übernehmen die Patenschaft für einen Jugendlichen und ermöglichen ihm den Opernbesuch. Abgerundet wird das Jugendprogramm ab Ende Oktober durch eine Kinderseite auf der Homepage. Junge Musikfans ab fünf können per Mausklick und mit "Maestro Margarini" die Welt der Staatsoper entdecken, dies sogar mittels kleiner, lehrreicher Spiele. Wobei das Sitzen vor dem Computer natürlich keinen Opernbesuch ersetzen sollte.

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