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Maggie Gyllenhaal

Maggie Gyllenhaal: Ich habe Vibratoren verteilt

München - Seit der Titelrolle in der Sadomaso-Romanze „Secretary“ gilt Maggie Gyllenhaal als Spezialistin für schräge Frauen. In ihrem neuen Film "In guten Händen" spielt sie eine dickköpfige Kämpferin. Im Interview spricht sie über die Erfindung des Vibrators, ihre Leinwandpartner und Herzensprojekte.

Seit der Titelrolle in der Sadomaso-Romanze „Secretary“ gilt Maggie Gyllenhaal als Spezialistin für schräge Frauen. Für ihre Darstellung einer alleinerziehenden Journalistin an der Seite von Jeff Bridges in „Crazy Heart“ bekam sie im vergangenen Jahr eine Oscar-Nominierung. In der Komödie „In guten Händen“, die an diesem Donnerstag anläuft, spielt die 34-Jährige eine dickköpfige Kämpferin für die Rechte bedürftiger Frauen im viktorianischen London.

Wie haben Sie reagiert, als Sie hörten, dass „In guten Händen“ von der Erfindung des Vibrators handelt?

Ich war neugierig. Das klang endlich einmal nach einer Komödie, die nicht nach dem üblichen Schema abläuft! Als ich dann das fantastische Drehbuch zu lesen bekam, habe ich mich sofort in Charlotte, meine Filmfigur, verliebt.

Sie sind selbst als Aktivistin bekannt. Konnten Sie sich mit Charlotte identifizieren?

Ich teile vielleicht ihren Idealismus, aber ich bin längst nicht so extrem wie sie. Charlotte schert sich einen Dreck um die Konsequenzen ihres Handelns. Sie kommt mir fast übermenschlich vor. Ich wünschte, ich hätte ihre unglaubliche Power!

Wenn man glauben darf, was über Sie geschrieben wird, können Sie zumindest genauso stur sein.

Nun, ich gehöre nicht zu den Leuten, die meinen, der Job eines Schauspielers bestünde ausschließlich darin, Befehle entgegenzunehmen. Ich beteilige mich gern mit eigenen Vorschlägen am Prozess des Filmemachens – zumal ich mich grundsätzlich nur für Projekte entscheide, die mir wirklich am Herzen liegen. Natürlich stoße ich dabei manchmal auf Widerspruch. Aber ich würde das nicht als Sturheit bezeichnen. Im Übrigen lese ich schon lange nicht mehr, was man über mich schreibt. Das meiste ist haarsträubender Blödsinn.

Zum Beispiel?

Während der Dreharbeiten zu „In guten Händen“ bekamen Regisseurin Tanya Wexler und ich von diversen Londoner Sexshops immer wieder unaufgefordert Pakete mit Vibratoren zugeschickt. Weil wir nicht wussten, wohin damit, haben wir die Dinger einfach ans Team verteilt. Diese Geschichte habe ich einem Journalisten erzählt. Aber in seinem Artikel hat er behauptet, Tanya und ich hätten die Vibratoren vor dem Verschenken selbst benutzt. War meine Story nicht gut genug? Musste man noch so etwas völlig Absurdes hinzuerfinden?

Welche Erfindung war Ihrer Meinung nach wichtiger für die Befreiung der Frauen – der Vibrator oder die Waschmaschine?

Die Waschmaschine. Die Zeitersparnis ist enorm: Als Schriftstellerin können sie beispielsweise eine Menge Gedichte schreiben, während die Maschine ihre Arbeit verrichtet. Aber auch der Vibrator hat schon viel Gutes bewirkt. Eine Freundin von mir, eine Anthropologin, bringt zum Beispiel beschnittenen Frauen in Afrika immer Vibratoren mit – und hilft ihnen damit, trotz verstümmelter Klitoris wieder Lust zu empfinden.

Wie spielen Sie Lust und Liebe vor der Kamera?

Wenn das überzeugend rüberkommen soll, muss man in seinem Leinwandpartner etwas finden, was man wirklich liebt. Manchmal fällt mir das leicht, manchmal weniger.

Wie lief es mit Hugh Dancy bei „In guten Händen“?

Nun ja, Hugh will mit dir Punkt für Punkt das Drehbuch durchgehen und jedes Detail besprechen – und ich möchte das überhaupt nicht: Ich mag einfach loslegen. Andererseits fand ich es anziehend, dass Hugh so ein kluger, reflektierter Kopf ist. Da konnte ich andocken. Unsere Verbindung war also eher intellektueller Natur. Das hat für die Filmhandlung auch wunderbar funktioniert.

Und wie war es bei Jeff Bridges?

Zwischen Jeff und mir gab es vom ersten Moment an eine Verbindung der Herzen. Und das war auch gut für den Film. Denn wenn die beiden Charaktere in „Crazy Heart“ auch nur eine Sekunde lang das Hirn einschalten würden, dann würden sie sich nie miteinander einlassen! (Lacht.)

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