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Mahlers "Tragische" ohne Pathos

- Gustav Mahler selbst hat seine sechste Symphonie einst als Rätsel bezeichnet. Ein Rätsel, dem seit nunmehr beinahe hundert Jahren Dirigenten auf den Grund zu gehen suchen und dabei die unterschiedlichsten Antworten für sich gefunden haben. Der Finne Jukka-Pekka Saraste bevorzugte jetzt bei seinem Auftritt am Pult der Münchner Philharmoniker eine sehr direkte und gänzlich unpathetische Lesart der "Tragischen".

Für manche zunächst eine vielleicht etwas ungewohnte, in ihrer konsequenten Umsetzung aber durchaus überzeugende Sichtweise, die dem wohl in jeder Hinsicht monumentalen Werk gar nicht schlecht zu Gesicht stand.

Sarastes Auslegung der Partitur behielt stets den nötigen Ernst, ohne dabei jedoch die im Titel heraufbeschworene Tragik jemals die Oberhand gewinnen zu lassen. Bereits das eröffnende Allegro energico, einer jener prägnanten Märsche des Komponisten, kam dem Zuhörer mit zügigen, festen Schritten entgegen und setzte so gleich zu Beginn den Grundton für die folgenden drei Sätze.

In der zupackenden, die Zügel straff in der Hand führenden Herangehensweise des Dirigenten schloss sich daran fast nahtlos auch das Scherzo an, das jedoch rasch so viel an Fahrt aufnahm, dass auch schon mal das eine oder andere Detail beinahe unterzugehen drohte.

In denkbar starkem Kontrast hierzu baute Saraste dagegen gemeinsam mit seinen Musikern das folgende Andante moderato auf, dessen atmende Klarheit nach den beiden schnellen Sätzen wieder für einen kurzen Augenblick Ruhe einkehren ließ.

So ganz schien Jukka-Pekka Saraste den sanften volkstümlichen Klängen, die Mahler in diesem Satz anschlägt, dabei aber nicht über den Weg zu trauen. Und so präsentierte sich auch dieser Teil sachlich klar, ganz ohne jede Sentimentalität und erzielte gerade auf diese Weise eine denkbar starke Intensität, die sich bis in die düsteren Moll-Akkorde des bewegenden Finalsatzes hinein fortsetzen sollte.

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