Maiskys und Golans Feuerwerk

- Es war ein Duo-Abend vom Feinsten. Was Misha Maisky und Itamar Golan an Musikalität, Temperament und Klang freisetzten, glich einem kammermusikalischen Feuerwerk. Beim jüngsten Meisterkonzert, am Donnerstagabend im Münchner Herkulessaal, daran besteht kein Zweifel, waren zwei Meister zu bewundern: der Cellist und der Pianist. So war auch die Werkauswahl konzipiert: kein großes Cello-Solo für Maisky mit untergeordneter Klavierbegleitung von Golan, sondern ein Wechselspiel, ein sich Durchdringen und enges Verzahnen der beiden ebenbürtigen Stimmen.

<P>Maiskys herrliches Cello rückte mit üppigem Ton noch am ehesten im ersten Satz von Schumanns Fantasiestück op. 73 in den Vordergrund, entfaltete sich im zweiten über dem vom Klavier ausgerollten Teppich, bevor die beiden Instrumente im dritten zu kompakten Steigerungen fanden. <BR><BR>Das Konzert zweier Meister</P><P>In Robert Schumanns abschließendem Adagio und Allegro op. 70 offenbarten beide ihre innige Kantabilität, wobei Mischa Maiskys Cello die großen Legatopassagen mit wunderbar leichtem Ton aussang. Erst im Allegro mischten sich dann heftiges Vibrato, Sprünge und Läufe dazwischen - bis in die hohe Lage klangschön und ausdrucksstark musiziert. Wie perfekt die beiden Musiker auch emotional harmonieren, bewiesen sie in Ludwig van Beethovens Sonate Nr. 2 g-moll op. 5, deren zweiten Satz sie - nach temperamentvoll akzentuiertem, dynamisch ausgewogenem Kopfsatz - ungestüm angingen und in fast beängstigende klangliche Intensität führten. Ein wilder Beethoven selbst noch im tänzerisch begonnenen, vom Klavier klar artikulierten, von den springenden Staccati des Cellobogens durchsetzten Rondo.<BR><BR>In Friedrich Mendelssohn Bartholdys Sonate Nr. 2 D-Dur op. 58 legte das Violoncello zwar das Thema vor, doch die Stimmen verwoben sich auch hier rasch. Im leichten, verspielten Ton des Allegretto ebenso wie im schwermütigeren des Adagio. Das Publikum im fast voll besetzten Herkulessaal jubelte und erklatschte sich seine Zugaben.<BR><BR></P>

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