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Alex Katz wird in München  eine große Retrospektive gewidmet. 

Interview

„Ich mag Gefühlsduselei nicht“

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Alex Katz, der kaum Interviews gibt, erzählt anlässlich seiner Münchner Retrospektive von seiner Arbeit.

Alex Katz ist mittlerweile 91 Jahre alt und malt seit rund 70 Jahren. Seine erste Einzelausstellung fand 1954 in New York statt. Seitdem waren seine Werke, Gemälde und Skulpturen über 700 Mal in größeren Zusammenhängen zu sehen. Das Münchner Museum Brandhorst zeigt eine Retrospektive auf das Werk des Mannes, der als Wegbereiter der Pop Art gilt. Wir sprachen mit dem Meister vorab am Telefon.

Sie haben sehr viele Porträts gemacht. Welche Charakteristika muss eine Person mitbringen?

Ich weiß es nicht. Es ist alles intuitiv.

Ihre Frau wurde unzählige Male zum Sujet. Ist es ihr nie zu viel geworden?

Absolut.

Wie kam’s, dass sie trotzdem immer Modell saß?

Sie ist einfach ein Prachtkerl.

Besteht ein Unterschied im Porträtieren einer Frau und eines Mannes?

Ich habe eine andere Beziehung zu Frauen als zu Männern. Ich finde Frauen einfach attraktiver als Männer.

Wann haben Sie beschlossen, sich auf die positiveren Aspekte des Lebens zu konzentrieren?

Sehr früh. Es gab genug schlechte Nachrichten. Und ich hatte zu viel sentimentale Musik gehört. Ich mag diese Art gefühlsduseliger Folklore und Western Music nicht, auch keine Leute mit der Balalaika, die weinen und sich selbst unglaublich leidtun. Diese Musik ist grundsätzlich ein Teil unserer Kultur.

Sie haben mal gesagt, Sie würden einerseits mit den Abstrakten Expressionisten, andererseits mit den Kindern konkurrieren.

Bei Ersteren gab es Aspekte, die ich bewunderte, aber auch Teile, die ich nicht mochte. Ich wollte dann schließlich Gemälde machen, die einem Abstrakten Expressionisten standhalten konnten – aber figurativ und großformatig. Für mich war das damals etwas, wohin ich gelangen wollte. Die Kinder-Bemerkung meinte, dass ich unbewusst malen wollte.

Man stuft Sie als Vorgänger der Pop Art ein. Ist das richtig?

Ja. Ich habe diese glatten Hintergründe. Darauf kommen Figuren. Ich setze spezielle Details auf einen sehr allgemeinen Hintergrund. Das ist ein Aspekt. Und dann natürlich die großen Gesichter. Und die Doubles (Doppelporträts ein und derselben Person aus verschiedenen Distanzen und Perspektiven; Anm. d. Red.). All diese Dinge wurden von Pop-Art-Künstlern aufgegriffen. Das war eine Reaktion auf den Abstrakten Expressionismus, glaube ich, und auf dessen Ernsthaftigkeit und Exklusivität. Der Abstrakte Expressionismus funktionierte so ein bisschen nach dem Motto: „Ich mache Gemälde für drei Leute.“ Ich wollte Gemälde für viele unterschiedliche Leute machen. Das ist auch der Anspruch der Pop Art. Mir wurde früher mal gesagt, dass Figuration obsolet sei und Farbe französisch. Ich glaubte nicht daran.

Was setzten Sie dagegen?

Ich wollte etwas Neues machen. Aber die Formen bei mir kommen schon aus der abstrakten Malerei. Die hätte ich ohne diesen Einfluss nicht hinbekommen. Alles zusammen ist sehr postmodern. Und das ist auch die Pop Art. Wobei die wieder grafischer ist. Meine Bilder beziehen sich mehr auf die europäische Malerei.

Welcher europäische Künstler beeinflusste Sie am stärksten?

Viele. Ich studierte an der Cooper Union in New York Moderne Kunst. Da ging es um die Kubisten, und ich interessierte mich für Picasso. Später mochte ich Matisse. Dann kamen Jackson Pollock und andere – sie befreiten mich von Europa.

Sie lieben das Schöne. Was halten Sie von der Kunst des weniger Schönen, Kunst, die politisch wird etwa?

Ich mochte politische Kunst noch nie. Das wirkt auf mich so rührselig. Als ich jung war, war das eine sehr politische Zeit. Ebenso wie heute. Es gab kaum jemanden, der nicht politisch interessiert war. Aber politische Kunst, das kam mir immer kitschig und abgedroschen vor.

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