"Mama Africa"

- Immer mal wieder werkelt ein Techniker während des Konzerts auf der kleinen Bühne an der Tonanlage und steht dabei auch mal im Weg. Andere Künstler hätten unter diesen Umständen den Auftritt vielleicht entnervt unterbrochen, aber Miriam Makeba und ihre Bandmitglieder lächeln dem offenkundig verzweifelten Tontechniker fröhlich zu und spielen weiter. Schließlich ist man den weiten Weg von Südafrika gekommen, um Musik zu machen, da lässt man sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen. Und so atmet das gesamte Konzert diese lässige Professionalität, die auf einzigartige Weise virtuose Musikalität und puren Spaß miteinander verbindet.

Makeba führt dabei mit der charismatischen Autorität einer geborenen Kämpferin ihr wunderbares Ensemble und hält mit ihrer außergewöhnlichen Stimme alles zusammen. Ein halbes Jahrhundert Showgeschäft sind nicht ganz spurlos an Makebas Stimme vorüber gegangen. Aber erstaunlicherweise steigert die etwas nach unten gerutschte Tonlage und das rauere Timbre die Ausdruckskraft dieser einmaligen Vokalakrobatin noch. Anfangs stellt die 72-Jährige vor allem Lieder aus ihren jüngsten Platten vor, die irgendwo zwischen gefälligem Pop, rhythmischen Ethno-Klängen und traditionellem Jazz verortet sind. Aber natürlich warten die Fans im restlos ausverkauften Münchner Prinzregententheater auf ihre frühen Klassiker.<BR><BR>Und als sich Makeba dann ungezwungen ihrer Schuhe entledigt, ahnt jeder, dass "Mama Africa" zur Sache kommt. Der unsterbliche Welthit "PataPata" treibt das Publikum zur Raserei. Aus einem exzellenten Konzert wird nun eine Art Happening. Immer wieder wird die Truppe auf die Bühne zurück geklatscht, und Makeba liefert als ausgefuchste Entertainerin das Beste zum Schluss. Als "eine Art afrikanische Oper" kündigt sie neu interpretierte alte Stammesgesänge an. Es sind die bewegendsten und schönsten Stücke des Abends.<BR><BR>Am Ende hat Makeba für alle, die meinten, dies sei das letzte Konzert, noch eine Botschaft: Ihre Abschiedstournee stehe erst noch bevor. Vielleicht werden es auch mehrere, denn es ist klar: Diese Frau geht erst von der Bühne, wenn es gar nicht mehr anders geht<P> </P>

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

East 17, Rednex, 2 Unlimited und mehr: Mega-90er-Event in der Olympiahalle
Das wird ein Fest für Trash- und 90er-Fans. Gleich sechs Bands, die im Umz-umz-Zeitalter für Furore gesorgt hatten, treten beim Event „Die Mega 90er live!“ in der …
East 17, Rednex, 2 Unlimited und mehr: Mega-90er-Event in der Olympiahalle
Der neue Asterix kommt heute raus - leider fehlt etwas 
Fans dürften den Tag sehnsüchtig erwartet haben: Am Donnerstag kommt der neue Asterix-Band (Asterix in Italien) in den Handel. Wir haben schon darin geblättert - und …
Der neue Asterix kommt heute raus - leider fehlt etwas 
Nach Unfall: Jetzt muss Ed Sheeran etliche Konzerte absagen
Ed Sheeran (26, „Galway Girl“) muss nach seinem Fahrradunfall etliche Auftritte absagen. „Ein Besuch bei meinem Arzt hat Brüche in meinem rechten Handgelenk und linken …
Nach Unfall: Jetzt muss Ed Sheeran etliche Konzerte absagen
Gefeuerte Darsteller, Krach ums Geld: Wirbel um Roland-Kaiser-Musical
Deutschlands Schlagerstar Roland Kaiser selbst distanziert sich von dem Musical, das über ihn im Deutschen Theater in München aufgeführt werden soll. Es gibt Krach - und …
Gefeuerte Darsteller, Krach ums Geld: Wirbel um Roland-Kaiser-Musical

Kommentare