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Sarah Connor.

Letzter Auftritt der "Muttersprache"-Arena-Tour

„Mamma mia!“ Die Konzert-Kritik zu Sarah Connor in München

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München - Sarah Connor ist am Freitag zu ihrem letzten Konzert der "Muttersprache"-Arena-Tour in der Münchner Olympiahalle aufgetreten. Hier lesen Sie die Kritik.

Sie hat sie. Sarah Connor, diese Löwin, die sich selbst beschützt, muss mit ihrer Wahnsinnspower-Stimme nur eine Strophe in ihr funkelndes Mikro singen - schon sind die Münchner in der fast ausverkauften Olympiahalle dahin. Nur so vor Lebensfreude sprühend animiert sie gestern Abend das textsichere Publikum, die selbstbewussten Zeilen "Wisch die Tränen weg!" herauszugrölen. Kampfansage. Gegen all den Ballast des Alltags. Und für Spaß und grenzenlose positive Energie.

Es ist das letzte Konzert der "Muttersprache"-Arena-Tour. Durch den Jubel verspricht Connor: "Ihr bekommt wahrscheinlich eine ganz besondere Show. Nicht die, die wir schon 1.000 Mal gespielt haben." Nein, wenn Abschluss, dann richtig. Immer wieder lassen sich ihre Background-Sängerinnen, die Band und am Ende Vorband-Sänger Henning Wehland Neckereien einfallen, um die Sängerin aus dem Konzept zu bringen. "Obwohl ich ja auch so schon gern mal meinen Text vergesse, besonders hier in München", sagt sie sympathisch selbstironisch. Unvergessen ihr Patzer bei der Nationalhymne damals in der Allianz-Arena. Doch die taffe Blonde wäre nicht sie selbst, hätte sie das nicht lässig weggesteckt.

Konzert in München: Sarah Connor lässt Kinder Zeilen ihrer Songs singen

Schlechte Stimmung scheint an ihrer schwarzen Lederjacke einfach abzuprallen. Kühl ist sie freilich trotzdem nicht. Im Gegenteil. Was für eine reizende Idee, nicht etwa erst die Männer oder erst die Frauen im Publikum Zeilen ihrer Songs singen zu lassen - sondern die Kinder. Auf Großleinwand fängt die Kamera sie ein, wie die kleinen Buben und Mädchen in der Halle ihre zarten Stimmen erheben. Und herrlich natürlich der Moment, als der achtjährige Luki auf die Bühne kommen darf, um ein Selfie mit ihr zu machen.

Klar, Connor ist selbst vor Kurzem Mama geworden. Der Sohnemann ist während der Show bei der Oma. "Das ist die einzige Feiermöglichkeit, die ich gerade habe, deshalb macht das bitte schön für mich", animiert sie. Klaro. Ein Wunsch, der nicht hätte geäußert werden müssen. Die Mischung aus kraftvollen Motivations-Hits und souligen Balladen liefert die Connor so lustvoll und professionell zugleich, dass ein Misslingen des Abends unmöglich scheint. Wenn sie dann noch von Mutter- in die Vatersprache wechselt, zu den ganz alten Hits, ist die Party perfekt. Mamma mia!

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