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Marie Bäumer als Romy Schneider in „3 Tage in Quiberon“. Der Film startet am Donnerstag in den Kinos.

Interview zum Kinostart von „3 Tage in Quiberon“

Marie Bäumer: „Ich habe mich nie als Romy Schneiders Doppelgängerin gesehen“

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Für ihre Verkörperung von Romy Schneider im Kinodrama „3 Tage in Quiberon“, das am Donnerstag anläuft, ist Marie Bäumer für den Deutschen Filmpreis nominiert. Wir trafen die Schauspielerin nach der Uraufführung des Films. 

Mit Komödien wie „Männerpension“ und „Der Schuh des Manitu“ gelang Marie Bäumer der Durchbruch, ihre Rolle in der Beziehungstragödie „Der alte Affe Angst“ brachte ihr den Bayerischen Filmpreis ein. Jetzt ist die 48-jährigen Aktrice in „3 Tage in Quiberon“ als Romy Schneider zu sehen.

Marie Bäumer

Wollten Sie schon als Mädchen Schauspielerin werden, weil Sie Romy Schneider so ähnlich sehen?

Marie Bäumer: Wann wurden Sie dann zum ersten Mal mit ihr konfrontiert? Mit zwölf. Da erzählte mir meine Mutter, dass der Sohn einer ganz besonderen Schauspielerin gestorben sei, und dass er nur zwei Jahre älter gewesen sei als ich. Die Geschichte hat mich sehr berührt. Und als dann ab meinem 16. Lebensjahr immer wieder verschiedene Leute sagten, ich sähe so aus wie Romy Schneider, dachte ich: Jetzt muss ich doch mal gucken, wer das überhaupt ist. Ich selbst habe mich aber nie als ihre Doppelgängerin gesehen.

Bisher hatten Sie es stets abgelehnt, Romy zu spielen. Warum haben Sie es nun doch getan?

Bäumer: Die anderen Angebote waren allesamt klassische Biopics. Und ich mag solche Filmbiografien nicht, die versuchen, in kürzester Zeit ein ganzes Leben zu erzählen – das hat für mich immer etwas Atemloses. Das Drehbuch zu „3 Tage in Quiberon“ fand ich dagegen sehr interessant, weil es sich auf eine kurze Zeitspanne am Ende von Romy Schneiders Leben konzentriert. Diese Verdichtung, dieser Zoom, der es uns ermöglicht, auf den Menschen hinter der Ikone zu blicken, hat mich überzeugt. Nein. Schuld an meinem Berufswunsch war Pippi Langstrumpf: In einem kleinen Programmkino in Blankenese habe ich die „Pippi“-Filme gesehen. Sie war die Heldin meiner Kindheit. Mit einem Pferd im Haus leben und Männer hochheben können – das wollte ich auch! Romy Schneider hingegen kannte ich überhaupt nicht, denn bei uns zu Hause gab es keinen Fernseher, und ich hatte nie einen „Sissi“-Film gesehen.

Hatten Sie Angst vor der Erwartungshaltung des Publikums?

Bäumer: Ich hatte die Befürchtung, dass die Kinozuschauer ständig bloß darauf achten, in welcher Szene ich Romy Schneider besonders ähnlich sehe und in welcher nicht. Das darf auf keinen Fall passieren! Mir geht es nicht um eine Imitation, sondern um die emotionalen Amplituden. Darum habe ich mich Romy Schneider nur in feinen Nuancen über die Sprache angenähert und mir aus Interviews mit ihr einige interessante Details abgeschaut: ihre Art zu rauchen, sich ständig die Lippen zu lecken, manche Sätze zu wiederholen – oder ihre flirrende Atmung, an der man ihre Aufregung sehen konnte. Dann habe ich gesagt: Schluss jetzt! Ich muss völlig frei sein im Spiel und darf nicht mehr darüber nachdenken, ob ich jetzt genauso agiere wie Romy Schneider.

Worin sehen Sie den größten Unterschied zwischen ihr und Ihnen?

Bäumer: Genau. Interviews gehören natürlich zu unserem Job dazu, doch dabei ist es essenziell, als Schauspieler seine Privatsphäre zu schützen. Romy Schneider hatte stets das Bedürfnis, über die Medien ihre persönliche Wahrheit zu verbreiten. Das lässt sich nachvollziehen, weil es einer tiefen Sehnsucht nach Anerkennung entspringt. Aber es ist völlig naiv, zu glauben, man könnte das steuern. Und in ihrem Fall war es wirklich fatal.

Grenzen auch im Umgang mit der Presse? Romy ist nach Frankreich gegangen, um dem „Sissi“-Rummel in Deutschland zu entfliehen. Auch Sie hat es nach Frankreich gezogen: Seit mehr als zehn Jahren leben Sie in der Provence. Wollten Sie etwa dem Romy-Rummel entkommen?

Bäumer: Ich vermute, Romy Schneider hatte im Gegensatz zu mir kein richtiges Zuhause, kein stabiles Netz aus Familie oder Freunden. Sie wurde ja schon mit 14 in die Öffentlichkeit katapultiert – und von ihrer Mutter sogar noch ein bisschen weiter hinausgeschubst. Sie hat es wohl auch nie geschafft, sich eine solide private Basis aufzubauen. Dabei ist es in diesem Beruf, der wegen der permanenten Präsentation nach außen so viel Energie fordert, ganz entscheidend, dass man genau weiß: Wo ist mein Schutzraum? Wo ziehe ich meine Grenzen?

Grenzen auch im Umgang mit der Presse?

Bäumer: Nein, das ist nicht mein Thema. Ich habe mich schon mit 17 in Frankreich verliebt, als ich durch die Normandie und die Bretagne geradelt bin. Seitdem ist meine Liebesbeziehung zu diesem Land stetig gewachsen. Ich lebe einfach sehr gerne in Frankreich – ich schätze dieses Laisser-faire, diese Großzügigkeit gegenüber anderen Leuten. Außerdem kann ich in der Provence die Natur intensiv genießen: Jeden Tag bin ich drei Stunden mit meinem Pferd unterwegs, und im Sommer stelle ich mein Bett in den Garten und schlafe draußen. Sie sehen: Jetzt führe ich ein richtiges Pippi-Langstrumpf-Leben! (Lacht.)

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