AC/DC-Legende Malcolm Young ist tot

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Ex-GNTM-Kandidatin: Video und Interview

"Küsschen hier – Küsschen da" gehört dazu 

München - Marie Nasemann wurde vor vier Jahren als Kandidatin bei "Germany's next Topmodel" bekannt. Heute ist sie das Gesicht für eine Kampagne, die sich gegen Kinderarmut stark macht.

Marie Nasemann ist erkältet. Husten, Schnupfen. Schlecht geschlafen hat sie auch. Und trotzdem: Sie lässt sich nichts anmerken. Sie posiert für unseren Fotografen, sie lacht, sie gibt überlegte Antworten. Marie Nasemann, 24, sagt: „Mit Allüren kommst Du nicht weit.“ Nasemann, die 2009 durch die Casting-Show „Germany’s next Topmodel“ (GNTM) bekannt wurde, ist gerade auf einem PR-Feldzug durch die Redaktionen der Landeshauptstadt. Die Gautingerin ist das Gesicht für eine Kampagne der Kinderhilfsorganisation „Children for a better World“, für die Promis ihre Kleider spenden. Wir sprachen mit ihr über das „Küsschen hier – Küsschen da“-Ding, Kinderarmut und Abitur.

Model, Schauspielern, Moderatorin. Jetzt auch noch Charity. Ist das die klassische Münchner Society-Karriere?

Die klassische Society-Karriere wäre, sich einen Fußballer zu schnappen.

Kam das nie in Frage?

Nein.

Bei GNTM ging es um den bloßen Schein, jetzt geht es um Kinder, die sich nicht mal eine warme Mahlzeit pro Tag leisten können. Wie passt das zusammen?

Na ja, ich wurde gefragt, ob ich Lust hätte, da mitzumachen. Ich kriege sehr, sehr viele Klamotten geschenkt, die ich nur einmal tragen kann. Auf dem roten Teppich ist es ja ein Fauxpas, die gleichen Dinge zwei Mal anzuziehen. Und meine Freunde heiraten auch nicht jeden Tag, wo solche Kleider auch passen würden. So kann ich sie für einen guten Zweck spenden.

Wenn Prominente Charity machen, dann hat man immer ein bisschen das Gefühl, dass es eher um die Prominenten selber und nicht um die Sache geht.

Ganz ehrlich: Ich wusste, dass für die Kampagne ein super Fotograf am Start sein wird. Und ich hatte Lust auf tolle Bilder. Das ist natürlich auch schöne Eigenwerbung für mich. Aber verstehen Sie mich nicht falsch, ich mache da nicht nur mit, um in der Presse zu stehen.

Haben Sie sich mit dem Thema Kinderarmut auseinandergesetzt?

Ja, klar. Ich hab’ vorher im Internet recherchiert, „Children for a better World“ hat mich auch mit Material versorgt. Und ich war echt geschockt. Ich dachte eigentlich, dass es in Deutschland derart arme Kinder nicht mehr gibt.

Wie viele Kleider spenden Sie für die Aktion?

Schon ein paar. Sie müssen wissen, meine Schränke sind bis oben voll mit Klamotten.

Wie viele Schränke haben Sie denn?

Ich hab’ in meiner Münchner Wohnung zwei riesige Einbauschränke und eine Abstellkammer.

Wohnen Sie noch woanders?

Ja, in Berlin in Wedding. Dort habe ich ein kleines Zimmer in einer Dreier-WG mit einem Schauspieler und einem DJ. Kostet 200 Euro und ist billiger, als immer ein Hotelzimmer zu nehmen, wenn ich nach Berlin muss. Mit den beiden verstehe ich mich sehr gut, ich glaube, ich komme mit Jungs auch besser aus als mit Mädchen. Liegt wahrscheinlich daran, dass ich zwei Brüder habe.

Wie oft wird ihr Zimmer von den anderen als Abstellkammer benutzt?

Grad neulich war ich in Berlin beim Dreh eines Kurzfilms. Dann komm ich nach Hause, und in meinem Zimmer, dass ohnehin winzig ist, stehen ein riesiger Koffer und ein voller Wäscheständer.

Klingt nach normalem WG-Alltag. Vermissen Sie so etwas manchmal? Rumzuhängen, nicht immer gut auszusehen und gut gelaunt sein zu müssen?

Es ist wichtig, dass die Kunden zufrieden sind. Ich muss ja auch schauen, dass Aufträge reinkommen. Natürlich ist das „Küsschen hier – Küsschen da“-Ding nicht jedermanns Sache, aber das gehört halt ganz einfach dazu. Aber es gibt auch Wochen, in denen ich komplett frei habe. Dann hänge ich natürlich auch rum, an der Isar, am Gärtnerplatz. Und verplemper die Tage.

Haben Sie sich mal überlegt, was aus Ihnen geworden wäre, wenn Sie nicht bei GNTM mitgemacht hätten?

Ja, natürlich. Dann hätte ich wahrscheinlich studiert. Aber das mache ich bald sowieso.

Ach ja, was denn?

Schauspiel. Am besten an einer staatlichen Schule. Die Ausbildung dort dauert vier Jahre. Wissen Sie, ich bin jetzt 24, das mit dem Modeln geht auch nicht mehr ewig. Viele von den Mädchen, die mittlerweile bei GNTM mitmachen, sind ja sehr jung, um die 16.

Sie waren damals 20. Hätten sie mit 16 Jahren auch bei GNTM mitgemacht?

Nein, ich denke nicht. Ich wollte damals unbedingt mein Abi machen. Mal abgesehen davon hätte meine Rektorin gar nicht zugelassen, dass ich die Schule vernachlässige. Die hat mir damals unmissverständlich klargemacht, was sie von der Show hält.

Interview: Patrick Wehner

Die Kleider-Aktion: „Buy My Dress“ ist ein offener Verkauf, der im Hotel Bayerische Hof stattfindet. Der Eintritt ist frei und die Preisspanne der Kleider und Accessoires liegt zwischen einem und 400 Euro. Wer helfen will, kann bis zum 16. Juni gut erhaltene Kleidung und Accessoires an verschiedenen Sammelstellen (siehe www.buymydress.de) abgeben oder am 21. und 22. Juni von 10 bis 20 Uhr in den Bayerischen Hof zum Shoppen kommen. Der Erlös geht an „Children for a better World“.

Rubriklistenbild: © Klaus Haag

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