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Nur Liegen ist schöner: Der coole Sänger und Gitarrist Mark Knopfler spielte auf dem Königsplatz im Sitzen.

Mark Knopfler rückengeplagt auf dem Königsplatz

Von einfachen Leuten erzählt Mark Knopfler in vielen seiner Lieder – auch in „Border Reiver“, dem ersten Song dieses Konzertes am Königsplatz. Und wie ein einfacher Typ kommt der Star (120 Millionen verkaufte Alben!) mit der lakonischen Stimme ja auch selber rüber.

Orthopäden würden die Hände überm Kopf zusammenschlagen: Die Haltung des Ex-„Dire Straits“-Chefs ist die eines betrunkenen Hecken-Bieslers. Durchgebogenes Kreuz, hängende Schultern.

Da musste es wohl so kommen: Die Orthopäden haben’s geahnt – Knopfler hat sich den Rücken verrenkt. Sein Arzt habe ihm „Discodancing“ verboten, scherzt der 60-Jährige, darum sitzt er nun auf einem hohen Drehstuhl und rührt sich mit seiner lädierten Gräte noch weniger als ohnehin schon. Manchmal dreht er sich hin zu seinen sieben Mitmusikern, die munter die Instrumente wechseln: elektrische und akustische Gitarren, Violine, Ukulele, Piano, Orgel, Bass, Flöten, Schlagzeug.

Keine Show also. Dem Publikum, das ja auch sitzt in vollen Stuhlreihen zwischen Glyptothek und Antikensammlungen, ist das freilich völlig egal. Von Knopfler erwartet man keine Salti, man erwartet Soli. Die bekommt man: Mit einem Gesichtsausdruck, als habe er seit Jahren keinen guten Witz mehr gehört, zupft der Lethargiker mit drei Fingern, knetet sein Griffbrett und entlockt ihm diesen typischen, glasklar hervorperlenden, obertonreichen Sound. Dieses völlig routinierte Gitarrenspiel umspült Songs zwischen Pop, Folk und Blues. Früh begeistert „Sailing To Philadelphia“, und später bekommt die Menge natürlich, weshalb sie gekommen ist: die Hits „Sultans Of Swing“ und „Romeo And Juliet“ - und vor allem ein vergleichsweise ekstatisches "Telegraph Road". Die Menge tobt, Knopfler grinst, und man hat’s geahnt: Der macht das lässig im Sitzen.

Johannes Löhr

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