Der Marstall ist noch nicht aus der Welt

München - Ein Liebender nicht nur bei Zahlen und Zinsen, sondern auch bei Kunst und Kultur, bei Museen, Schlössern und Theatern: Noch-Finanzminister Kurt Faltlauser. Obwohl ihm die Theaterliebe der eine oder andere wohl absprechen mag, wenn er sich an Faltlhausers knallharte Haltung beim Streik der Staatstheater im vergangenen Jahr erinnert. Dennoch: Die Bilanz des jetzt aus seinem Amt Scheidenden kann sich sehen lassen. Dieses Engagement soll ihm erst einmal einer nachmachen.

-Was wird aus der Kultur in Bayern, wenn Sie nicht mehr am Geldhahn sitzen?

Ich glaube, dass alles in guten Händen ist.

-Mit einem Architekturwettbewerb haben Sie gerade erst das Kulturprojekt Marstall auf den Weg gebracht, das die Renovierung des Marstalls und den Bau eines neuen Konzertsaals beinhaltet. Hat das noch Chancen?

Die Umsetzung des Marstalls - das wird sicherlich keine leichte Angelegenheit werden. Aber da bleibe ich dran. Zusammen mit Freunden, alles wichtige Menschen, habe ich bereits einen Verein gegründet. Ich werde mich auch weiterhin dafür stark machen. Der Marstall ist noch nicht aus der Welt.

-Das hängt vom Goodwill der Staatsregierung ab.

Da bin ich selbstverständlich der beste Lobbyist.

-Was hätten Sie als Finanzminister gerne noch im kulturellen Bereich angeschoben?

Was mir noch sehr am Herzen liegt, das ist der Max-Joseph-Platz zusammen mit der Residenzstraße bis zur Feldherrnhalle. Das sollte alles mit italienischen Platten gepflastert werden, das würde dem ein ganz anderes, verändertes, besseres Aussehen geben. Aber es gibt noch ein drittes Projekt, was aber nicht von mir angestoßen wurde. Doch finde ich es so gut, dass ich alles tun will, es durchzusetzen. Da muss ich mal mit OB Ude drüber reden. Die Vorstellung ist die, dass die drei Pinakotheken in München räumlich zu einem einheitlichen Areal zusammengefasst werden. Kein Autoverkehr mehr, nur noch die Straßenbahn und eine Grünfläche zwischen den Häusern. An diesen drei Dingen wäre ich als Finanzminister gerne noch drangeblieben. Nun werde ich mich also als Bürger dafür engagieren.

-Sie haben einiges auf den Weg gebracht, zum Beispiel die Sanierung des Cuvilliés-Theaters - und das mit einer imponierenden, von Ihnen initiierten Spendenaktion. Im Juni 2008 wird das Rokoko-Schmuckstück wiedereröffnet - mit Mozarts "Idomeneo" und natürlich einem Festakt. Schmerzt es Sie, dass Sie nicht mehr als Amtsinhaber das schöne Haus übergeben werden?

Ganz kleine Schmerzstiche gibt's da schon. Aber das ist nicht ausschlaggebend. Ich werde das Cuvilliés-Theater und seine Wiedereröffnung als normaler Besucher genießen.

-Gibt es dann noch etwas in der Residenz zu tun?

Allerdings. In den hinteren Teil des Königsbauhofes von Klenze, der auch früher nie bespielt wurde, kommt eine Residenzgalerie rein. Mit eigenem Treppenhaus über zwei oder drei Etagen. Hier soll moderne Kunst gezeigt und in Beziehung gesetzt werden zu den Schätzen der Residenz, etwa zu altem Porzellan oder dem wunderbaren Silber. Das ist eine Sache, die ich noch auf den Weg gebracht habe.

-Und was wäre in Bayern noch zu tun gewesen?

Da gäb's noch einiges, etwa in Neuburg/ Donau. Die Residenz in Bayreuth ist noch nicht fertig. In Herrenchiemsee habe wir viel vor, u.a. die Erweiterung der Julius-Exter-Galerie. Oder in den östlichen, nicht ausgebauten "Stummel" im Neuen Schloss wird eine Galerie reinkommen. Das sind ideale Ausstellungsräume.

-Sind Kunst und Kultur beim neuen Finanzminister in guten Händen sein?

Ich weiß nicht, wer der neue Finanzminister ist.

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