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Marteria (Archivfoto) überzeugte in München.

Rapper in München

Marteria-Konzertkritik: Das Zenith knallt durch

München - Pflichttermin für alle "Marteria Girls" – und für ihre Jungs! Marteria, der Schlau-Rapper aus Rostock, ließ es im ausverkauften Zenith gewaltig krachen.

Noch einmal laut, bevor die stade Zeit anfängt, noch einmal tanzen, bevor die Adventskerzen brennen – es hätte nicht besser sein können. Der Ex-Fußballer, das Ex-Model bewies, dass Rap Hirn, Bauch und Beine gleichermaßen ansprechen kann.

„Lila Wolken“, seine Nummer 1, ist eine dieser verflixt cleveren Hymnen, für die nicht nur Hardcore-Rap-Fans Marteria lieben. Auch im Zenith bringt er eine furiose Mischung aus Rap, Pop und Rock auf die Bühne. Seine Band in klassischer Rockbesetzung macht Dampf. Und Marteria rappt diese Hits mit ihren Anspielungen gegen Nazi-Dumpfbacken, gegen Homophobie, bei denen man gerne ganz genau hinhören möchte, wenn die Beine nicht so gewaltig zappeln würden.

„Ich geh' vorne weg, bin Pionier“, spielt er auf seine DDR-Kindheit an, und das ist nicht die einzige Retro-Reminiszenz. Im Hintergrund dreht sich eine 120er-BASF-Kassette, und Marteria singt über „Amys Weinhaus“, den Laden, in dem sich harte Jungs ausheulen dürfen. Beim Mega-Hit „Kids (2 Finger an den Kopf)“ macht das ganze Zenith „Peng! Peng! Peng! Peng!“, und knallt endgültig durch. Freimann feiert – beinahe so lang, bis die Wolken wieder lila sind.

Jörg Heinrich

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