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Martin Kušej bei der Präsentation seiner letzten Spielzeit als Intendant des Münchner Residenztheaters.

Der Spielplan am Bayerischen Staatsschauspiel für 2018/19

Martin Kušejs Pläne fürs Residenztheater

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Martin Kušej stellte seine letzte Saison als Intendant des Münchner Residenztheaters vor. Sein Haus hat so viele Abonnenten wie noch nie in der Geschichte des  Bayerischen Staatsschauspiels. 

Von „Abschlussrunden“, gar von einer „Endstimmung“ will Martin Kušej nichts wissen. „Wir machen eine ganz normale Spielzeit“, sagt der Intendant des Münchner Residenztheaters am Donnerstagvormittag bei der Vorstellung seines Spielplans für 2018/19 (siehe unten). Wie berichtet, wird der 57-Jährige danach das Haus vorzeitig verlassen, um Chef des Wiener Burgtheaters zu werden. Andreas Beck, noch Intendant in Basel, folgt ihm nach. „Wir werden den Übergang professionell, kollegial und freundschaftlich über die Bühne bringen“, verspricht Kušej.

Die Auslastung liegt derzeit bei 81,2 Prozent

Die Klammer der nächsten Resi-Saison ist das „Spiel – als emanzipatorischer Vorgang, als Möglichkeit des Sich-Selbst-Distanzierens“, erklärt der Intendant. Denn „dieses Außer-Sich-Sein ist die Bedingung menschlicher Freiheit. Spielen ist in diesem Sinne ein politischer Akt.“ Dabei legt Kušej, dessen Inszenierung von Schillers „Don Karlos“ am Donnerstagabend Premiere hat, wert auf die Formulierung „Theater spielen“ – und nicht etwa „performen“.

Dieses Verständnis von Theater teilt auch das Publikum: Die Auslastung der drei Spielstätten Residenz- und Cuvilliéstheater sowie Marstall liegt aktuell bei 81,2 Prozent: konstant im Vergleich zu den Vorjahren. Die Zahl der Abonnenten ist mit 12 339 gar auf einem Rekordhoch – so viele gab es noch nie in der Geschichte des Bayerischen Staatsschauspiels.

Die Premieren in der Spielzeit 2018/2019 auf einen Blick: 

„Marat/Sade“ 

von Peter Weiss; Regie: Tina Lanik; 

Premiere: 27. September

„Ur“ 

von Sulayman Al Bassam (auch Regie); 

Uraufführung: 28. September

„Die Verlobung in St. Domingo“ 

von Heinrich von Kleist; Regie: Robert Borgmann; 

Premiere: 29. September

„Der nackte Wahnsinn“ 

von Michael Frayn; Regie: Martin Kušej; 

Premiere: 19. Oktober

„Endspiel“ 

von Samuel Beckett; Regie: Anne Lenk; 

Premiere: 16. November

„Victory Condition“ 

von Chris Thorpe; Regie: Sam Brown; 

Premiere: 23. November

„Der Mieter“ 

von Roland Topor; Regie: Blanka Rádóczy; 

Premiere: 24. November

„Der Spieler“ 

von Fjodor M. Dostojewski; Regie: Andreas Kriegenburg; 

Premiere: 14. Dezember

„Die Möwe“ 

von Anton Tschechow; Regie: Alvis Hermanis; 

Premiere: 19. Januar 2019

„Stille Nachbarn“ 

von Azar Mortazavi; Regie: Aureliusz Smigiel; 

Uraufführung: 25. Januar 2019

„Begehren“ 

von Josep Maria Benet i Jornet; Regie: Mirjam Loibl; 

Premiere: 26. Januar 2019

„Elektra 4.48 Psychose“ 

von Hugo von Hofmannsthal und Sarah Kane; Regie: Ulrich Rasche; 

Premiere: 15. Februar 2019 

„Bakchai (AT)“ 

nach Euripides; Regie/ Choreografie: Wim Vandekeybus; 

Uraufführung: 15. März 2019

„Eine göttliche Komödie Dante/ Pasolini“ 

von Federico Bellini; Regie: Antonio Latella; 

Uraufführung: 22. März 2019

„Wolken.Heim.“ 

von Elfriede Jelinek; Regie: Matthias Rippert; 

Premiere: 30. März 2019

„Der Sandmann“ 

von E.T.A. Hoffmann; Regie: Robert Gerloff; 

Premiere: 31. März 2019

„Sinn“ (Junges Resi) 

Regie: Raphaela van Bommel, Anna Horn, Anja Sczilinski; 

Premiere: 27. April 2019

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