Martin Kušej gewinnt den „Faust“

München - Auszeichnung für Martin Kušej: Der Münchner Intendant wurde für „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ beim Deutschen Theaterpreis als „Bester Regisseur“ geehrt.

Von seinem Erfolg erfuhr er in Israel: Während am Samstag in Erfurt der Theaterpreis „Faust“ an seine Inszenierung „Die bitteren Tränen der Petra von Kant“ vergeben wurde, saß Martin Kušej in Tel Aviv in der Premiere von „Persona“: Diese Koproduktion von Kušejs Residenztheater und des Habima Theaters feierte Israel-Premiere (Bericht folgt). In Erfurt nahm derweil Kušejs Hauptdarstellerin Bibiana Beglau den „Faust“ entgegen – der Regisseur äußerte sich gestern dann schriftlich: „Der ,Faust‘-Preis ist wichtig für uns und bestärkt uns auf dem Weg, den wir mit unserer Arbeit am Residenztheater eingeschlagen haben. Dieser Weg ist sicherlich nicht immer ganz einfach, aber entschieden und konsequent.“

Außer Kušejs Inszenierung war noch eine andere Münchner Produktion in der Kategorie „Beste Schauspiel-Regie“ für den „Faust“ nominiert: Doch Sebastian Nüblings „Three Kingdoms“ von den Kammerspielen musste sich dem Residenztheater ebenso geschlagen geben wie Rüdiger Pape mit seiner Inszenierung „Wolke 9“ fürs Kölner Theater im Bauturm.

Freuen durfte sich dagegen Burghart Klaußner, der als bester Darsteller mit dem „Faust“ geehrt wurde. Er erhielt die Auszeichnung für seine Rolle als Willy Loman in „Der Tod eines Handlungsreisenden“ am St. Pauli Theater Hamburg. Doch auch Klaußner fehlte bei der Gala in Erfurt – er stand in Leverkusen auf der Bühne.

Sechs der in acht Kategorien verliehenen undotierten Preise gingen nach Hamburg und Stuttgart. Im Musiktheater überzeugten die Jury zwei Aufführungen an der Stuttgarter Oper: Ausgezeichnet wurden Sergio Morabito und Jossi Wieler für ihre Inszenierung „Die glückliche Hand/Schicksal“ sowie die Sängerin Ana Durlovski für ihre Titelpartie in „Die Nachtwandlerin“. Als bester Tänzer wurde William Moore vom Stuttgarter Ballett gewürdigt. Beim Kinder- und Jugendtheater setzte sich Barbara Bürk mit ihrer Inszenierung „Alice im Wunderland“ (Schauspielhaus Hamburg) durch. Den Preis für das beste Bühnenbild nahmen Barbara Ehnes und Chris Kondek für „Quijote“ (Thalia Theater, Hamburg) in Empfang. Als bester Choreograph wurde Martin Schläpfer (Ballett am Rhein Düsseldorf/Duisburg) geehrt. Bereits vor der Gala haben die Ehrenpreisträger, Dramatiker Tankred Dorst und Ex-Intendant Matthias Lilienthal, festgestanden.  

leic/dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Der Mut-Lacher
Mit „Monsieur Claude und seine Töchter“ gelang Philippe de Chauveron ein Riesenerfolg. Nun setzt de Chauveron einen drauf: In „Hereinspaziert!“ übernimmt Christian …
Der Mut-Lacher
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Sting hat in seinem Musikerleben Songs geschrieben, die heute noch so gut funktionieren wie 1983 oder 1995. Davon macht er in der Olympiahalle Gebrauch - und seine Fans …
Nachtkritik: Sting macht in der Olympiahalle sein Ding
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Das Münchner Lenbachhaus zeigt in der Ausstellung „Normalzustand“ deutsche Undergroundfilme, die zwischen 1979 und den frühen Neunzigerjahren entstanden sind. 
Im Lenbachhaus geht der Punk ab
Zurück in die Zukunft
Berlin. Harrison Ford und Ryan Gosling stellen in Berlin Szenen ihres neuen Kinofilms „Blade Runner 2049“ vor.
Zurück in die Zukunft

Kommentare