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Martina Schwarzmann trat mit ihrem Programm "Gescheid gfreid" im Lustspielhaus auf.

Toller Auftritt im Lustspielhaus

Martina Schwarzmann:  Fredl Fesl ist jetzt eine Frau 

München - "Gscheid gfreid" heißt das Programm von Martina Schwarzmann. Im Münchner Lustspielhaus war die Kabarettistin immer nah an der Grenze des Wahnsinns  - und dabei richtig unterhaltend.  

Fredl Fesl ist jetzt eine Frau. Er nennt sich „Martina Schwarzmann“ und hat am Donnerstagabend einen feinen Auftritt im ausverkauften Lustspielhaus hingelegt.

Entschuldigung, wenn wir jetzt ein bissl in den Schmarrn reinkommen - ist aber nur normal nach so einem Abend. Die Schwarzmann ist schuld mit ihrem Programm "Gscheid gfreid". Wie sie uns da im Verlauf von zweieinhalb Stunden Stück für Stück in ihre Welt reinzieht: erstaunlich.

Fängt harmlos an mit dem Lied "Glückstag heit" und lässt uns dann nimmer los. Immer nah an der Grenze zum Wahnsinn (oder gern auch mal ein Stückl drüber), und immer sind die epischen Erläuterungen vor und/oder nach den Liedern länger als die Musik selber. Eben alles wie beim Fesl.

Apropos … Der Fredl hat ja mal gesagt: „Bei der Martina ist es erstaunlich, dass ihr zur immer gleichen Melodie immer wieder neue Texte einfallen.“ A bissl bös, weil's ja auch a bissl stimmt - aber das tut einem Granaten-Abend keinen Abbruch. Ehrlich: Schon lang nimmer so viel gelacht.

Keine Zeit zum Nachdenken

Wie sie von ihrem Cousin erzählt, der „unverschuldet bsuffa“ war. Oder von ihrem Mann, der gern „Saubua“ sagt - obwohl es ja nach Martinas Meinung „Bubensau“ heißen müsste: Wunderbar zum Warmlachen, eine Prise Valentin. Zwischendrin mal wieder Musik: "Multitasking ist ein Riesenscheißdreck".

Da geht’s unter anderem um einen Herrn, der versucht, gleichzeitig eine SMS zu schicken und mit Tempo 180 Auto zu fahren. Gewissermaßen: ein Abdriften in den Ernst des Lebens. Aber nicht zu lang - die Martina redet sich schnell wieder rein in die Gaudi, mit tiefsinnigen Überlegungen über eine Henne, die einen fahren lässt.

Zur Abwechslung gibt’s zwischendrin einen zehnminütigen Gastauftritt von Christine Eixenberger - bekannt unter anderem aus Fernseh-Auftritten mit Wolfgang Krebs ("Habe die Ehre"). Wir tippen: Wer die Gruberin mag, hat auch mit der Eixenbergerin seinen Spaß - unvermittelt, kawumm, derb.

Aber keine Zeit zum Nachdenken: Es geht schon wieder weiter mit der Schwarzmann. Sie erzählt von der Polizeikontrolle. Von ihrer kaputten Halterung fürs Warndreieck, die sie per Kabelbinder und Heißkleber ersetzt hat. Geht nicht mehr auf - also braucht sie ein scharfes Messer im Handschuhfach. Wie gesagt: Fredl Fesl ist jetzt eine Frau.

Uli Heichele

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