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Mary feierte im Deutschen Theater Premiere

Mary Christmas im Deutschen Theater - die Kritik

München - Georg Preuße feierte im Deutschen Theater mit dem Programm Mary Christmas Premiere. Lesen Sie hier die Kritik:

Vom Himmel hoch, da kommt sie her: Mary, die Weihnachtsfrau, die ein Weihnachtsmann ist, der Rauschgoldbengel aus Berlin. In ihrem Festprogramm „Mary Christmas“ zelebriert die ewige Diva im Deutschen Theater (bis 3. Januar) eine glitzernde Lametta-Orgie. „Mehr mehr mehr! Applaus macht nicht dick!“, klimperwimperte Miss Mary bei der umjubelten Premiere, und schaumbadete im Beifall.

Motto von Münchens frivolster Weihnachtsfeier: Alle Jahre Mieder! Mit dreckiger Görenlache und schwingendem Heck schwebt Lady Lametta über die Bühne, singt, tanzt, posiert im Rentierschlitten. Und zwischendurch hat man das Gefühl, dass Marys Stilettos den Boden gar nicht mehr berühren, so federboaleicht wirkt ihr Entertainment. Ob als „Tanne Mary“ in Christbaumverkleidung oder im roséfarbenen Abendkleid – obwohl Georg Preuße nächstes Jahr bereits zum zweiten Mal seinen 30. Geburtstag feiert, funktioniert die Illusion immer noch perfekt.

Und Glamouröschen verrät bereitwillig ihr Schönheitsgeheimnis. Botox war gestern – die emannzipierte Diva von heute vertraut auf „Glasfaser zum Verspachteln und Verfurchen“. Die köstliche Selbstironie ist eines ihrer Erfolgsgeheimnisse, „eine Sauna ist ja schon gemischt, wenn ich alleine drin bin“, kokettiert Mary.

Glänzende Texte, stets eindeutig zweideutig, kommen hinzu. „Für einen Mann würde ich mir nie die Brüste vergrößern lassen. Soll er sich doch die Hände verkleinern lassen“, spöttelt sie. Am Ende fällt, wie gewohnt, der Fummel. Die Diva steht als Georg Preuße auf der Bühne, schütter das Haar, angezogen – und doch beinahe nackt, schutzlos. Das Publikum liegt ihm, liegt ihr, mit stehenden Ovationen zu Füßen.

Jörg Heinrich

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