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Massive Attack spielten vor ausverkaufter Halle.

Unwirklich wirklich

Konzert-Kritik: Massive Attack sind im Zenith am falschen Ort

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Am Dienstagabend gab es im Zenith große Trip-Hop-Electro-Kunst. Doch mit dem Konzert von Massive Attack kam nicht jeder klar - leider. Eine Kritik.

München - Wer bei einem klassischen Konzert hustet oder gar schwätzt, wird mindestens schief angeschaut. Rauswerfen geht nicht, wäre aber schön. Wäre bei Massive Attack im ausverkauften Zenith am Dienstagabend auch schön gewesen. 

Massive Attack um Mastermind Robert Del Naja und Grantley Marshall (ebenfalls Gründungsmitglied im Jahr 1987) sind keine Band für Hintergrundmusik. Auch wenn manche ihrer Kompositionen hierfür immer wieder genutzt werden und sie sich selbst auf der Bühne in den Hintergrund drücken. Massive Attack sind zum Zuhören und Mitdenken. Das fällt, zugegeben, nicht leicht, die Konzentration ein knapp 90-minütiges Konzert aufrecht zu halten. "Mezzanine XXI" heißt ihre aktuelle Tour, eine Reminiszenz an das vor gut 20 Jahren (1998) erschienene Album "Mezzanine". Das war und ist bis heute große Trip-Hop-Electro-Kunst. Unwirklich, und doch wirklich. Manchmal gar verstörend.

Konzert von Massive Attack im Zenith ist keine leichte Kost

Beim Konzert mischen Massive Attack die Songs ihres Albums mit Coverversionen von sanftem Protestlied ("Where have all the flowers gone") bis Punk ("Bela Lugosi's Dead" und "Rockwrok"). Mit diesem Wechsel von zart zu hart und zurück kommt an diesem Abend im Zenith nicht jeder klar. Auch nicht mit den Filmen und Botschaften, die auf Großleinwand hinter der Bühne flimmern. Auch mal in Deutsch, wie "Das ist jetzt Eure Welt", "Du kannst alles sein", außerdem "Wir sind das Volk" und "Wir sind mehr". Massive Attack, das ehemalige Trio und heutige Duo aus Bristol, das auf der Bühne von fünf Musikern unterstützt wird, war und ist keine leichte Kost.

Aber vor allem auf ihrem Album "Mezzanine" sind Massive Attack verstörend und betörend schön zugleich. Wie damals, vor 20 Jahren, sind heute die Gastsänger Horace Andy und Elizabeth Fraser dabei. Die schottische Sängerin klingt immer noch wie ein Engel, wenn sie "Teardrops" singt. Da möchte man am liebsten wegschweben, zum Beispiel an die Isar, am Ufer stehen und zuhören. Ohne Geschwätz, ganz allein. Vielleicht ein Tipp fürs nächste Mal: Massive Attack sollten in der Philharmonie im Gasteig spielen. Dort traut sich keiner die Stille zu stören. In einer Stehhalle wie das Zenith funktionieren sie nicht, dafür sind Musik und Bilder zu anspruchsvoll.

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