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Einzigartig in der Wiederbelebung einer längst versunkenen Epoche: Max Raabe in der Münchner Philharmonie.

Unterhaltsame Perfektion: Max Raabe in der Philharmonie

München - Er ist leichtfüßig, charmant, nicht von dieser Welt: Max Raabe, die personifizierte Perfektion, hat in der Münchner Philharmonie einer versunkenen Epoche neues Leben eingehaucht. Die Kritik:

Bei der Zugabe geschieht das Unvorstellbare: Der zwanghafte Perfektionist Max Raabe patzt beim Text. Er bewahrt Haltung, natürlich, und setzt mit angedeutetem Lächeln und distinguiertem Blick noch einmal an. Das ist so leichtfüßig, derart charmant, dass man fast schon wieder glauben könnte, Raabe hätte das von Beginn an so eingeplant. Um den Menschen in der fast restlos ausverkauften Münchner Philharmonie die Illusion zu lassen, dass Max Raabe einer ist wie sie.

Es ist ein Täuschungsmanöver, denn Raabe ist selbstverständlich keiner wie du und ich. Er ist in Deutschland ein Solitär, eine Ausnahmeerscheinung. Nicht nur, weil er es schafft, mit uralten Liedern riesige Säle zu füllen und so unverschämt makellos zu intonieren (übrigens auch auf Englisch oder Italienisch), wie es hierzulande kein anderer vermag. Nein, seine ganze Haltung, seine Besessenheit, wenn es darum geht, den Esprit, den Klang, den Habitus einer versunkenen Epoche wiederzubeleben, ist einzigartig.

Nun geht er weiter und schlägt eine Brücke zwischen den Zeiten. Er hat gemeinsam mit der einstigen New-Wave-Ikone Annette Humpe Lieder produziert, die eine erstaunliche Symbiose aus Moderne und Nostalgie sind. Zwischen alten und neuen Stücken moderiert Raabe mit knochentrockenem Witz über Marsmissionen, den Berliner Flughafen oder falsche Doktoren. Mit „Am Ende kommt immer Schluss“ will sich Raabe verabschieden und macht dann doch weiter. Das ist selbstverständlich so geplant. Nichts in diesem Konzert ist dem Zufall überlassen und es macht Spaß zu sehen, wie unterhaltsam Perfektion sein kann.

Zoran Gojic

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