Lebenslänglich wegen Polizistenmords für Reichsbürger

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Medea und die Gurken

- Wenn ein junges Theater gefördert wird und etwas auf sich hält, dann fühlt es sich vermutlich auch verpflichtet, die Scheckübergabe dankbar und augenfällig zu inszenieren.

Und so wartete das Junge Schauspiel Ensemble München, das Michael Stacheder 2004 mit der Inszenierung "Die Weiße Rose - Aus den Archiven des Terrors" begründete, mit einer wie von langjährigen PR-Profis ausgetüftelten Pressekonferenz in der Schrannenhalle auf. Freilich nicht nur, um plakativ den übergroßen Scheck der Kulturstiftung der Stadtsparkasse zu entrollen, sondern auch um Lust zu machen auf seine eigene kleine Spielzeit, ein immerhin zweiwöchiges Festival in der Münchner Reithalle.

"Fremde Heimat" überschreibt der 26-jährige Schauspieler und Regisseur Stacheder seinen Spielplan, der ein buntes Rahmenprogramm aus Lesungen und Konzerten enthält sowie zwei Inszenierungen Stacheders. Nichts Geringeres als den blutrünstigen Stoff der "Medea" (Premiere am 20. April) hat er sich vorgenommen, und zwar in der wenig bekannten Fassung Senecas, die ihm Altphilologe Udo Segerer neu in rhythmische Prosa übersetzte. "Weil frühere Übertragungen unspielbar waren", sagt Stacheder, der in Medeas Leiden das Vertraute, in ihrer übergroßen Rache das Fremde finden will. "Wenn man alles verloren hat, ist man zu allem fähig", an diesem Gedanken orientiert sich Schauspielerin Suzanna Abel.

Sie spielt neben der Medea auch eine Hauptrolle im Stück des 28-jährigen Christoph Nußbaumeder "Mit dem Gurkenflieger in die Südsee" (Premiere am 23. April): Bei der Gurkenernte in Niederbayern träumen polnische Saisonarbeiter von einer besseren Zukunft, geraten in Konflikt miteinander und mit dem Fabrikanten.

Der Niederbayer Nußbaumeder, erster Thomas-Bernhard-Stipendiat des Landestheaters Linz, gewann damit den zweiten Stückewettbewerb der Berliner Schaubühne. Stacheder begeisterte sich für das Stück auch, weil Schauspielertheater im Sinn habe und lebensnahe Geschichten erzählen wolle.Christine Diller

20. April bis 2. Mai; Karten: Tel. 089/ 50 07 87 50. Infos: www.junges-schauspiel-ensemble.de

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