"Medienflop"

- Als "Medienflop" und "Etikettenschwindel" hat der Direktor des Ägyptischen Museums Berlin, Dietrich Wildung, die Live-Übertragung aus der Cheops-Pyramide kritisiert. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse seien "fast gleich null". Die Öffnung eines 4600 Jahre alten Sarkophags mit dem Skelett eines hochrangigen Arbeiters und die Bohrung einer Steinplatte im Inneren der Pyramide seien nicht live gewesen, sondern bereits vor Tagen erfolgt und "geschickt eingespielt" worden. Die Aufnahmen mit der Öffnung des Sarkophags will Wildung bereits vor Wochen im Fernsehen gesehen haben. Auch die Bohrung der Steinplatte sei vor längerer Zeit passiert.

<P>Die Direktorin des Museums Ägyptischer Kunst in München, Sylvia Schoske, bezeichnete das Projekt als "Sensationsmache an der falschen Stelle". Seit Jahren bemühten sich Fachleute darum zu zeigen, dass die ägyptische Kultur nicht nur aus Pyramiden und Mumien besteht. Doch genau mit diesen Klischees habe die Sendung gespielt und sei deshalb absolut kontraproduktiv. "Das war Schlafentzug unter Körperverletzung."</P><P>Zahi Hawwas und die Forscher von "National Geographic" hatten die Kamera auf eine zweistündige Reise durch einen 20 mal 20 Zentimeter weiten Schacht geschickt, der in der Königinnenkammer beginnt und nach 60 Metern mit einer Kalksteinplatte verschlossen ist, auf der zwei Kupfergriffe angebracht sind. Damit die Forscher und die TV-Zuschauer in 141 Ländern miterleben konnten, wie die Kamera durch das Loch kriecht und die ersten Bilder von dem liefert, was dahinter liegt, hatte der Roboter zuvor ein kleines Loch in die Platte gebohrt.</P><P>Um fünf Uhr morgens war es so weit. Die winzige Kamera zeigte, dass sich hinter der Kupfergriff-Tür ein kleiner Hohlraum und noch eine weitere türähnliche Steinplatte verbirgt. Letztere ist jedoch nicht so glatt und intakt wie die erste Tür, sondern hat einige Risse. Auf ihrer Oberfläche glaubte Zahi Hawwas, Figuren erkennen zu können. Ob der Pharao Cheops (ca. 2600-2580 v. Chr.) dahinter etwas verbergen ließ, oder ob der Schacht von den Erbauern der Pyramide einfach aufgegeben wurde, kann derzeit niemand sagen.</P><P>Hawwas will jedoch nichts ausschließen. "Cheops hatte diese Angewohnheit, Dinge zu verbergen", meinte er. Ob und wann die zweite Tür untersucht werden soll, ist noch nicht entschieden. Um den Fernsehzuschauern einen weiteren Nervenkitzel zu bieten, hatte Hawwas in Gizeh vor laufenden Kameras erstmals den Deckel eines 4500 Jahre alten Sarkophags geöffnet. <BR></P>

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