Medizin, die man nicht kaufen kann

- "Wenn du teilst, was du besitzt, und anderen den Vortritt lässt, wirst du das Glück auf Erden finden." Da staunt Herr "Billie Bargeld", dieser steinreiche Mann. Aber er will die Antwort des weisen Alten gar nicht akzeptieren. "So einfach ist das?", höhnt er ungläubig, knallt dem freundlichen Herrn dreist die Tür vor der Nase zu und zieht weiter seiner Wege - auf der Suche nach dem Rezept fürs Glück. Als könne man es kaufen.

Denn Billie Bargeld ist nicht nur der reichste, sondern auch der unglücklichste Mensch seines Landes. Doch die teuersten Ärzte rundherum wussten keine Medizin gegen diese schreckliche Krankheit. Also verlässt er sein Schloss Casa Moneta und reist von einem Ort zum anderen. Immer auf der Suche.

Die Fahrt wird für ihn zum harten Weg der Erkenntnis. Von finsteren Straßenräubern seines vielen Geldes und seiner schönen Kleidung beraubt, nimmt ihn ein fremder Mann in seiner Kutsche mit. Weil Billie aber keinen Cent mehr bei sich hat, muss er mit seiner Hände Arbeit die Tour bezahlen. Und da bekanntermaßen das Sein das Bewusstsein bestimmt - jedenfalls das jener Fabeltiermenschen in dieser Geschichte aus längst vergangener Zeit -, wandelt sich auch Billie Bargeld, indem er lernt, wie lebensnotwendig Freundschaft und Hilfsbereitschaft sind.

Das ist ein sehr, sehr schönes Kinderbuch. Geschrieben hat es Sängerin Madonna, die mit diesem Märchen-Gleichnis ihr großes, weites Herz unter Beweis stellt. Und Ruis Paes hat mit altmeisterlicher Könnerschaft die Odyssee des Billie Bargeld in fantastische Bilder gesetzt (Carl Hanser Verlag, 12, 90 Euro).

Eine Reise ganz anderer Art unternimmt "Antonio auf der anderen Seite der Welt". Autor und Zeichner Malachy Doyle und Carll Cneut schicken einen kleinen Jungen über den großen Teich, damit er seine Oma dort besuche. Doch gegen Heimweh ist kein Kraut gewachsen, jedenfalls solange nicht, bis er endlich und nach mancher Mutprobe wieder an Mamas Rockzipfel hängt (Niederösterreichisches Pressehaus, 14, 90 Euro).

Unterwegs war auch ein Königssohn. Als er durch den Wald ritt, kam er an einem Turm vorbei. "Da hörte er einen Gesang, der war so lieblich, dass er stillhielt und horchte." Und so von "Rapunzel" erfuhr (NordSüd, 13, 80 Euro), dem Mädchen mit dem langen Zopf, gefangen gehalten durch eine Zauberin. Wer zu Rapunzel gelangen wollte, musste an ihrem Haar hochklettern. Was der verliebte Jüngling natürlich versuchte. Mit ihren Illustrationen hat Dorothé´e Duntze diesem Grimmschen Märchen zu neuem Liebreiz verholfen.

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