News-Ticker zum Barcelona-Terror: Zahl der Todesopfer auf 15 gestiegen

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Meister des Boshaften

- Sein Markenzeichen war der schwarze, mit spitzer Feder gezeichnete Humor. In seinen Karikaturen und Bildergeschichten pinkeln Bäume auf erschreckte Hunde, lecken Eiskugeln zurück und bügeln Frauen Männerhosen, die auch frisch gestärkt noch Beulen werfen. Die häufige Darstellung von Sex erklärte der Vater dreier Söhne mit seinen Erfahrungen in den Fünfzigerjahren, die er als "unendlich verlogen" und "unglaublich prüde" empfand. "Man stinkt immer gegen das an, was einen knechtet", sagte F.K. Waechter einst in einem Interview.

Am Freitag ist der Satirezeichner, Kinderbuchautor, Stückeschreiber und Regisseur mit nur 67 Jahren an Lungenkrebs gestorben. Fast bis zuletzt war er schöpferisch tätig, erst wenige Wochen vor seinem Tod in Frankfurt am Main, als F.K. Waechter schon seit mehr als einem Jahr krebskrank war, gab er seine künstlerische Arbeit ganz auf.

"Der Hauptquell für Komik kommt aus dem Leiden, aus Niederlagen", beschrieb Waechter seine Arbeit. Nach der Flucht aus seinem Geburtsort Danzig war der kleine Friedrich Karl in norddeutschen Kleinstädten unter Menschen aufgewachsen, die er als autoritär und verlogen empfunden hatte. 1962 zog der Künstler nach Frankfurt, wo er erst für "Pardon" und später für andere Satire-Zeitschriften Bilder voller absurder Komik und boshafter Heiterkeit schuf. Zusammen mit sieben Gleichgesinnten hob er auch die Neue Frankfurter Schule aus der Taufe, die bald mit einem höchst hintersinnigen und gnadenlosen Witz bekannt wurde. Die antiautoritäre Erziehung beeinflusste 1970 seinen "Anti-Struwwelpeter", ein Gegenstück zu Heinrich Hoffmanns berühmtem "Struwwelpeter" des 19. Jahrhunderts.

Waechter tanzte stets auf mehreren Hochzeiten. Wenn er keine Lust aufs Zeichnen mehr verspürte, schrieb er; wenn ihm dann nichts mehr einfiel, lockte ihn wieder die Karikatur. "Das ist eine schöne Methode, Kreativkrisen zu vermeiden", sagte der mit Preisen überhäufte Künstler. In der Arbeit für Erwachsene und Kinder sah er keinen großen Unterschied: Seine Bildergeschichten brillieren oft mit einer oberflächlichen und einer tiefgreifenden Komik zugleich - Jung und Alt konnten und können also gleichermaßen ihren Spaß an dieser Doppelbödigkeit haben.

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