Mit Menschen Kontakt, nicht nur mit Kameras

- "Ich gönne mir Theater", sagt Alexander Wussow. "Denn ich will es nicht verlieren." Der Sohn von Klausjürgen Wussow, bekannt als "Schwarzwaldklinik"-Doktor Brinkmann, ist als dessen Nachfolger inzwischen selbst in die Auffrischungsfilme des Glottertal-Fossils eingestiegen. Und das, obwohl er sich zunächst scheute, auf seinen ohnehin einschlägigen Familiennamen ebenfalls "Brinkmann draufzusetzen".

Wie sein Vater begann Alexander Wussow, der in "Traumschiff" oder Pilcher-Filmen zu sehen ist, seine Laufbahn im Theater. In Wien, wo er 1964 geboren wurde und später seine Schauspielausbildung erhielt, spielte er im Theater in der Josefstadt und in Berlin am Renaissance-Theater, bis er sich 1995 selbstständig machte und fortan mehr mit Filmproduktionen beschäftigt war. Aber "weil ich mit Menschen, nicht nur mit Regisseuren und Kameras Kontakt haben will und Drehen manchmal einem technischen Warte-Job ähnlich ist", steht er nun in der Münchner Komödie im Bayerischen Hof in Marc Camolettis "Boeing Boeing" auf der Bühne. Premiere von Peter M. Preisslers Inszenierung ist heute um 20 Uhr.

Wussow, der in seinem dicken Parka und schreiend gelben Sneakers so gar nicht nach landadeliger Pilcher-Idealbesetzung aussieht, spielt den Playboy, der mit seinen drei Stewardessen gehörig durcheinander gerät. "Zu anstrengend", lacht er, sei so ein Leben. Seines ist, im Gegensatz zu dem des Vaters, für die Medien weitgehend tabu. Diese Lehre habe er aus den Schlagzeilen über den Vater gezogen. "Man wird ja leicht Allgemeingut, wenn man ständig in den Wohnzimmern zu sehen ist. Und manche Leute drängen noch danach, sich in den Dschungel einladen zu lassen. Für solche Shows werde ich erst gar nicht angefragt." "Verbraten lassen" wolle er sich nicht, deshalb stehe er auch nicht für Seifenopern zur Verfügung, "obwohl ich die jungen Kollegen für diese Anstrengung bewundere".

Wenn man ihn nach den für ihn erfüllendsten Produktionen fragt, dann kommt da neben einer Josefstädter "Möwe" und dem vierteiligen Film "Der Bockerer" auch das "Traumschiff" vor, "weil ich eine angenehme Zeit haben will". Und die verbringt er mit Golfspielen oder Malen. Außerdem lautet sein Ethos: "Lieber erreiche ich mit einem Film acht, neun Millionen Zuschauer als 10 000. Ich war in letzter Zeit häufig in Krankenhäusern - nicht als Patient. Wenn ich all die Leute darin kurzzeitig von ihren schweren Gedanken befreien kann, dann habe ich getan, wofür ich da bin: Menschen zu unterhalten. Das ist die Grundfeste meines Berufes, und wer sagt, er übe ihn nur für sich aus, der hat nicht Recht."

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