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MM-Redakteur Markus Thiel.

Merkur-Kommentar

Urteil gegen die Wagners: Chance für Bayreuth

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Diese Familienspaltung bleibt auf ewig. Seit dem Tod von Wieland Wagner im Jahr 1966 machen seine Nachkommen gegen die Sippe um den 2010 gestorbenen Bruder Wolfgang keinen Stich.

Ein Gericht hat gestern bestätigt, dass sich die Wieland-Erben – und mit ihnen andere Wagners – nicht in Bayreuther Entscheidungsprozesse hineinklagen können. Weiterhin werden die Geschicke am Grünen Hügel also von Freistaat und Bund gelenkt.

Das Urteil mag schmerzhaft sein für den Clan, es eröffnet aber auch Chancen. In einer gemeinsamen Anstrengung könnten nun die Träger der öffentlichen Hand die Organisation endlich vereinfachen. Nur noch Juristen blicken durch, wie in Bayreuth verwaltet und gestaltet wird – gerade für einen künstlerischen Betrieb ist das Gift. Und wenn dabei am Ende ein neues Bayerisches Staatstheater herauskommt, ist das auch nicht schlimm, im Gegenteil.

Dass ein Wagner Chef sein muss, ist demnach kein Naturgesetz mehr. Das Gericht ermöglicht indirekt, dass man einen Externen küren kann. Ohnehin hat Katharina Wagner, die sich kaum noch zeigt, die Öffentlichkeit von den Wagners entwöhnt. Ihr Vertrag endet 2020. Es wäre nicht überraschend (und womöglich spannend), würde auf dem Thron bald ein „Fremder“ sitzen.

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