Merkur-Kultur-Chef Michael Schleicher. 

Merkur-Kommentar

Oscar-Nominierung für „Toni Erdmann“: Unser Markenbotschafter

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Deutschland hat endlich wieder die Chance, den wichtigsten Filmpreis der Welt zu gewinnen. Michael Schleicher kommentiert die Nominierung von „Toni Erdmann“

Zehn Jahre nachdem das Stasi-Drama „Das Leben der Anderen“ mit dem Oscar für den besten nicht-englischsprachigen Film ausgezeichnet wurde. Und sieben Jahre nachdem mit „Das weiße Band“ zuletzt eine deutschsprachige Produktion im Rennen um die Trophäe war.

Doch egal, wie es am 26. Februar ausgehen wird: Das Filmland Deutschland hat bereits gewonnen – ja, es hätte sogar jubeln dürfen, wenn „Toni Erdmann“ nicht fürs Finale nominiert worden wäre. Denn Regisseurin Maren Ade, die wie ihre Produzentin Janine Jackowski Absolventin der Münchner Filmhochschule ist, hat einen wichtigen Erfolg für das deutsche Kino errungen.

International schien dieses oft nur wahrgenommen zu werden, wenn es von (Zeit-)Geschichte erzählte, von der NS-Diktatur oder vom DDR-Regime. Dank Ades Tragikomödie hat nun auch Hollywood erkannt, dass der deutsche Film thematisch sehr viel breiter aufgestellt ist. Wer hätte gedacht, dass ein älterer Herr mit falschem Gebiss und schlechter Perücke Markenbotschafter des deutschen Kinos sein würde? „Toni Erdmann“ macht seine Sache jedenfalls sehr gut.

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