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Gustaf Norén (l.) und Björn Dixgård (r.) von Mando Diao spielten in der Olympiahalle.

Mando Diao: Spagat aus Schweden

München - Um es vorweg zu sagen: Es liegt nicht an ihrem Talent.

Gustaf Norén und Björn Dixgård, die beiden mittlerweile gleichberechtigt auftretenden Frontmänner der schwedischen Band Mando Diao, haben großartige Songs geschrieben, sie setzen sie auch live verdammt gut um. Sie hauen in die Saiten, wenn es scheppern soll, zupfen dann aber ganz zart an ihren Akustikgitarren, wenn sie mitten im Publikum der Olympiahalle Balladen wie The New Boy oder All My Senses ebenso kraft- wie gefühlvoll singen.

Die Jungs aus Borlänge haben auch die älteren Stücke geschickt für die Bühne arrangiert: Ein Trompeter ist mit von der Partie, auch das Klavier von Mats Björke ist anders als früher sehr präsent. Nur über die mittelprächtigen Background-Sängerinnen sollten sie vielleicht noch einmal nachdenken.

Das eigentliche Problem von Mando Diao ist aber ein ganz anderes. Es zeigt sich, als Norén You Can’t Steal My Love vom zweiten und immer noch besten Album Hurricane Bar (2005) anstimmt: Er widmet es all jenen, die schon damals auf dem Konzert waren – in dem ungleich kleineren Atomic Café. Mando Diao sind Opfer ihres eigenen Erfolgs geworden, gefangen irgendwo zwischen der Lust am Rock’n’Roll der 60er Jahre und dem Drang, es übers Radio in den Pop-Olymp zu schaffen. Sie müssen ihre alten Fans bedienen, die sie als überaus begabte Garagen-Rock-Band kennengelernt haben – und alle jene, die mit der Band nur die Hits verbinden.

Diesen schwierigen Spagat meistern Mando Diao nicht immer. Das wird besonders deutlich, als die Band ihre allererste Single Sheepdog als Zugabe präsentiert, ein Brecher von einem Song. Doch nur wenige kennen das markante Gitarrenriff überhaupt, kaum einer tanzt – bis die ersten Noten von Dance with Somebody erklingen, das Stück, für das die Hälfte überhaupt gekommen zu sein scheint. Das Lied aus dem Radio.

Thierry Backes

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