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Im eigenen riesigen Stimmfundus kramt Bully Herbig für das Konzert am Montag.

Interview zu "Karneval der Tiere"

Michael Bully Herbig: "Ich wurde reingezwungen"

München - Zusammen mit den Münchner Symphonikern präsentiert Michael Bully Herbig am Montag in der Philharmonie Camille Saint-Saëns’ "Karneval der Tiere". Wir haben ihn vorab zum Interview getroffen.

Kein „Schuh des Manitu“, kein „(T)Raumschiff Surprise“, kein „Buddy“: Bully Herbig begibt sich jetzt in klassische Gefilde: Mit den Münchner Symphonikern präsentiert der 46-Jährige am Montag in der Münchner Philharmonie Camille Saint-Saëns’ „Karneval der Tiere“. Die Texte hat Bully selbst verfasst, insofern könnte man so mancher Stimme wiederbegegnen.

Sie haben auch eigene Tiere mit ins Spiel gebracht. Welches ist Ihr Liebling?

Michael Bully Herbig: Man fühlt sich ja den musikalischen Vorgaben verpflichtet. Da wären der Löwe, der Elefant, der Schwan und andere. Von den eigenen Tieren, weiß ich jetzt gar nicht, welches mein Liebling ist. Die Nacktschnecke vielleicht, der Maulwurf – oder die Spinne, die ständig im Netz unterwegs ist, in allen sozialen Netzwerken sozusagen. Oder die Schwalbe, die vom Platz gestellt wird. Ich will aber auch nicht zu viel verraten. Den Wortspielereien sind ja hier keine Grenzen gesetzt.

Bei Ihnen hält sich der Löwe für den Kaiser (mit Beckenbauer-Stimme). Findet man noch andere prominente Stimmen?

Michael Bully Herbig:Prominent? Wieso prominent? Na gut, man wird vielleicht die eine oder andere Stimme erkennen, die man schon mal in einem Film gehört hat. Das Praktische ist: Wenn man mit seiner eigenen Stimme arbeitet, kramt man ein bisschen im eigenen Fundus und findet plötzlich Stimmen, die in Vergessenheit geraten sind. Da kann es passieren, dass das Totenkopfäffchen auf einmal wie der Boandlkramer spricht.

Klingt, als hätten Sie bei der Vorbereitung Spaß gehabt…

Michael Bully Herbig:Ja. Wenn man sich die Varianten meiner Kollegen anhört – ich traue mich kaum Kollegen zu sagen, das klingt so anmaßend: Ustinov, Loriot, Willemsen... Die sind völlig verschieden. Das ist sehr befreiend. Jeder macht da sein Ding. Die Texte der anderen vorzulesen, wäre auch wenig sinnvoll gewesen.

Sind Sie ein Klassik-Liebhaber? Wurden Sie von den Eltern an diese Musik herangeführt?

Michael Bully Herbig:Nein gar nicht. Ich habe meine Liebe zur Klassik über die orchestrale Filmmusik entdeckt. Ich habe immer versucht, bei den Musikaufnahmen für die eigenen Filme dabei zu sein. Ich fand das faszinierend. Da setzen sich die Musiker hin, bekommen ein Notenblatt und legen los. Meine Mutter war eher ein Soul-Fan. Ich bin mit Black Music aufgewachsen, dem Motown-Sound. Inzwischen lasse ich mich beim Drehbuchschreiben durch Filmmusik inspirieren. So war dann auch der Prozess bei diesem Projekt. Ich habe mich von Saint-Saëns zu den Texten anregen lassen.

Waren Sie mit dem Komponisten vertraut?

Michael Bully Herbig:Weniger. Aber ich habe so einiges erfahren, zum Beispiel, dass der „Karneval der Tiere“ auch eine Parodie auf andere Komponisten sein sollte. Parodie ergibt natürlich nur dann Sinn, wenn man das kennt, was parodiert wird. Saint-Saëns wollte die Musik ursprünglich gar nicht veröffentlichen. Das ist, als würdest du heute eine Parodie drehen und sie dann niemandem zeigen.

Haben Sie das Stück mit Ihrem Sohn geprobt?

Michael Bully Herbig:Na ja, er ist erst fünf. Wir haben zum „Karneval der Tiere“ getanzt und die Tiere imitiert. Mit den Texten kann er vermutlich noch nichts anfangen. Aber ich habe hier mit meinen Mitarbeitern einen Testlauf gemacht und bestanden.

Es bietet sich ja an, dieses Projekt auszuweiten…

Michael Bully Herbig:Ich wurde ein wenig reingezwungen. Jetzt bin ich natürlich dankbar dafür. Drei Jahre lang hat der Veranstalter insistiert, ich soll das doch machen. Es war aber zeitlich einfach nicht drin. Jetzt haben wir drei Gigs und schauen, ob es Spaß macht und den Leuten gefällt. Wenn nicht, gebe ich Ihnen gerne die Telefonnummer des Veranstalters. (Lacht.)

Das Gespräch führte Antonio Seidemann.

Konzert am Montag, 20 Uhr, in der Münchner Philharmonie; Telefon 089/ 54 81 81 81.

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