Auf seinen Konzerten läutet Michael Patrick Kelly  die #PeaceBell
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Auf seinen Konzerten läutet Michael Patrick Kelly  die #PeaceBell

Finale auf dem Königsplatz

Michael Patrick Kelly führt außergewöhnliche Aktion auf Tournee ein - der Hintergrund ist ernst

  • Astrid Kistner
    vonAstrid Kistner
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Michael Patrick Kelly: Seine iD-Tour endet in München. Das frühere Mitglied der Kelly Family hat auf seiner Tour eine nachdenklich stimmende Aktion eingeführt.

München - „Keine Fragen zur Kelly Familiy“, mahnt sein Management. Wie bitte? Ein Interview mit „Paddy“, in dem man seine Wurzeln nicht erwähnen darf? Klingt komisch, klappt aber, wenn man die Zeiten ausblendet, in denen Michael Patrick Kelly als „Bravo“-Poster in jedem zweiten Mädchenzimmer hing. Der irische Musiker hat seine Kindheit hinter sich gelassen. „iD“ (Sony) sei sein reifstes Album, sagt der 41-Jährige im Interview. Am 15. September beendet Michael Patrick Kelly die aktuelle Tour auf dem Münchner Königsplatz. Doch zuvor ist er in der neuen Staffel von „Sing meinen Song“ (Vox) zu sehen – als Gastgeber.

Viele Künstler erzählen, dass sie nach ihren Auftritten in ein emotionales Loch fallen. Kennen Sie das?

Ja, so was gibt’s. Direkt nach einem Konzert bin ich ein paar Stunden im Adrenalinrausch. Am nächsten Tag fühlt man sich dann ein bisschen niedergeschlagen, aber die Routine auf Tour hilft einem, sich wieder auszubalancieren. In den sechs Jahren, die ich im Kloster war, habe ich das gelernt.

Gibt es etwas aus dieser Zeit, das Sie vermissen?

Oh ja. Ich war in einem französischen Schweigekloster, und da fiel es mir in den ersten Monaten enorm schwer, still zu sein. Wir haben etwa fünf Stunden am Tag gebetet und meditiert. Da merkt man erst, wie viel Krach im Kopf und in der eigenen Gefühlswelt herrscht. Wenn man die Stille aushält, entdeckt man nach einiger Zeit den inneren Menschen, den man in unserer sehr äußerlich und leistungsorientiert geprägten Welt oft verpasst. Ich vermisse das manchmal.

Was tun Sie dann?

Ich mache nicht nur „Holidays“, also Urlaub, sondern gönne mir auch jedes Jahr sogenannte „Holy Days“. In diesen Einkehrtagen ziehe ich mich dann in ein abgelegenes Kloster in den Alpen zurück, schalte mein Handy aus und gehe bei Gott online. Das tut echt gut und hilft mir, die vielen Eindrücke, die ich als Musiker erlebe, zu verarbeiten.

Sie haben auch bei Ihren Konzerten eine Schweigeminute eingeführt. Funktioniert das?

Immer! Dann ist es so mucksmäuschenstill, dass man eine Stecknadel fallen hören könnte. Um diesen Moment einzuleiten, habe ich vor Kurzem eine Friedensglocke aus Kriegsschrott geschmiedet. Im Ersten und Zweiten Weltkrieg wurden über 150 000 Kirchenglocken beschlagnahmt, um mit dem Metall Waffen herzustellen. Ich habe diesen Prozess umgekehrt. Jetzt geht die „Peace Bell“ mit uns auf Tour und läutet auf der Bühne unsere Friedensminute ein.

Sie sind 2019 nicht nur auf Tour, sondern auch Gastgeber von „Sing meinen Song“ – freuen Sie sich auf diese Rolle?

Und wie! 2017 durfte ich Gast in dieser tollen Show sein. Das war für mich musikalisch und menschlich sehr inspirierend. Es ist berührend, wenn andere Musiker deine Songs neu interpretieren. Auch dieses Jahr haben wir mit Künstlern wie Milow und Alvaro Soler eine fantastische Truppe zusammen.

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