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Michael von Au als Bastian in „Der dressierte Mann“.

Interview zur Premiere 

Michael von Au ist der „Dressierte Mann“

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München - Michael von Au, einst Jungstar im Ensemble von Dieter Dorn, ist der „Dressierte Mann“ in Münchens Komödie im Bayerischen Hof. Vor der Premiere trafen wir den 52-Jährigen zum Gespräch. 

Mit dem Buch „Der dressierte Mann“ sorgte Esther Vilar 1971 für Aufregung. Sie meinte, nicht die Frauen, sondern die Männer seien das unterdrückte Geschlecht. Angesichts der Empörung verwundert es, wie John von Düffel aus der Kampfschrift die launige Komödie formen konnte. Warum sollte man sich ein Stück ansehen, das auf einer Siebzigerjahre-Streitschrift beruht?

von Au: Sie gucken sich ja heute auch noch „Die Feuerzangenbowle“ an und haben Spaß damit. Es ist einfach eine unterhaltsame Versuchsanordnung. Die Bühnenfassung ist erst zwölf Jahre alt, die Dialoge funktionieren. Eine schöne kleine Komödie, die versucht, das Thema Geschlechterkonflikt von einer anderen Seite aus zu verhandeln. Das Ding ist auf eine gute Art zeitlos.

Sie kommen vom Boulevardtheater.

von Au: Wie? Nein!

Aber Sie haben in den Achtzigern am Theater am Kurfürstendamm doch mit Wolfgang Spier...

von Au: Ach Gott, das war mein allererstes Engagement. Jürgen Wölffer hat mich von der Schauspielschule weg engagiert. So gesehen komme ich vom Boulevardtheater. Dort hat mich Dieter Dorn gesehen und an die Münchner Kammerspiele geholt. Die nächsten 26 Jahre war ich also am Nicht-Boulevardtheater.

Ist es ein Unterschied, den Tempelherrn im „Nathan“ zu lernen im Vergleich zum „Dressierten Mann“?

von Au: Wenn du beim Tempelherrn aus der Kurve fliegst, dann fliegst du. Wenn das beim „Dressierten Mann“ passiert, kannst du dich irgendwie retten. Merkt kein Mensch.

Boulevard ist leichter?

von Au: Na, von wegen! Wer Boulevard unterschätzt, versteht nichts von Theater. Wenn man da keinen perfekten Rhythmus und zu wenig Tempo hat, geht’s richtig schief. Das kann bei Kleist nicht passieren.

Haben Sie noch Lampenfieber vor Premieren?

von Au: Nicht nur da. Aber dort ist es am schlimmsten...

Wäre es da nicht einfacher, Sie konzentrierten sich auf Kino oder TV?

von Au: Das ist auch schön und würde mir schon Spaß machen. Aber als freier Schauspieler muss man sehr weit im Voraus planen, Theater denken sehr langfristig. Die Anfragen für Film oder Fernsehen kommen viel kurzfristiger. Wenn man beim Fernsehen oder Film durchstarten will, muss man sich auch mal ein Jahr freihalten können, also den Atem haben, ein Jahr ohne Geld und ohne Arbeit zu sein und warten können. Das konnte und wollte ich noch nie.

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