Midori spielt Bach, Strauss, Beethoven

- Im Münchner Herkulessaal startete die 35-jährige Stargeigerin Midori gemeinsam mit Robert McDonald am Flügel ihre Deutschlandtournee mit Werken von Beethoven, Bach, Strauss und der Uraufführung einer von ihr selbst beim finnischen Komponisten Einojuhani Rautavaara in Auftrag gegebenen Komposition für Violine und Klavier, "Lost Landscapes".

Ein Werk, das mit langen thematischen vokalen Linien seine Lebensstationen skizziert, das aber auch sehr hektische und nervöse Akzentuierungen enthält. Zuvor wurde Midori von McDonald auch bei Beethovens Sonate für Violine und Klavier Nr. 3 in Es-Dur op. 12/3 und danach zur Sonate in Es-Dur op. 18 von Richard Strauss begleitet.

Die Geigerin und ihr Pianist musizierten zwar von der Notation her perfekt, aber ihre Körpersprache signalisierte Distanz und wenig Verbindlichkeit. Ausgesprochen beeindruckend spielte Midori Bachs Sonate für Violine solo Nr. 3 in D-Dur.

Bach klang hier teils wie ein Avantgardist des 21. Jahrhunderts: exzessiv und ohne Zuckerguss. Süße, dicke, wattige Tongebung mit überzuckerten Lyrismen und Virtuosität zum reinen Selbstzweck sind Midoris Sache nicht. Ihr Ton ist brachial, mit ihrem Instrument ist sie eins, und mit ihm durchstreift sie kompromiss- und schonungslos sämtliche Schattierungen einer Komposition. Dem Hörer offenbart sie ihre starke Persönlichkeit in allen Höhen und Tiefen.

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