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Mike Rutherford (Mi.) hat mit Andrew Roachford (li.) und Tim Howar gerade ein neues Album veröffentlicht – im Herbst spielen Mike & The Mechanics in München.

Interview zum neuen Album von Mike & The Mechanics

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Seit 1969 ist Mike Rutherford Bestandteil des großen Popzirkus. Als Bassist, Gitarrist und Songwriter von Genesis wurde er weltbekannt, seit 1984 pflegt er seine Band Mike & The Mechanics. „Let me fly“ heißt deren neues Album, über das wir mit dem 66-Jährigen gesprochen haben.

München – Mike & The Mechanics ist sehr viel mehr als ein „Nebenprojekt“ von Mike Rutherford. Die Band hat schließlich Chartstürmer wie „Over my Shoulder“, „Beggar on a Beach of Gold“ und „Word of Mouth“ geliefert. Wir erreichen den Chef-Mechaniker am Autotelefon.

Ich habe gelesen, dass Sie Mike & The Mechanics gegründet haben, um mehr Gitarre als bei Genesis spielen zu können. Ist das wahr?

Mike Rutherford: Nicht wirklich! Anders als bei den meisten Bands haben wir unsere Solokarrieren nicht aus Frustration begonnen. Wir hatten eine großartige Zeit. Allerdings hatte Phil (Collins; Anm. d. Red.) damals eine Familienkrise und musste für eine Weile nach Kanada – also nahmen wir uns frei. Solo-Projekte sind tatsächlich gute Gehirn-Abschalter: Mit einem anderen Schlagzeuger und einem anderen Co-Komponisten zu arbeiten war ziemlich zufriedenstellend, und so haben wir die nächsten Jahre weitergemacht, Solo- und Band-Sachen abzuwechseln.

Ihr neues Album wird wenig von Gitarrenparts und dafür überwiegend von Keyboard-Sounds getragen. War es der Plan, zu dem Klang zurückzukehren, den Sie mit Genesis und Mike & The Mechanics geprägt haben?

Mike Rutherford: Wir hatten eigentlich keinen Plan. Was wir getan haben, und was ich eigentlich immer tue seit den ersten Mechanics-Alben: Ich gehe in mein Heimstudio und nehme ein Demo mit der Basis eines Songs auf – die Gitarre, vielleicht ein Keyboard, den Bass, den Guide-Gesang und verschrobene Loops- und Drum-Machine-Sachen. Wir haben versucht, nichts davon wegzuwerfen, sondern haben es als Basis für die Lieder genutzt.

Nach 32 Jahren in einer Band: Wie sorgen Sie dafür, dass Sie sich beim Komponieren nicht wiederholen?

Mike Rutherford: Das ist nicht schwierig. Wenn man musiziert, sucht man wahrscheinlich ständig nach etwas Neuem. Einem neuen Klang, einem neuen Gefühl, nach neuen Texten, einer Akkord-Folge oder einer Melodie. Das ist das einzige Kriterium, wieso ich Musik gestalte. Ich liebe es, live aufzutreten. Aber der wichtigere Teil ist es, neue Platten aufzunehmen. Heutzutage haben Konzerte an Bedeutung gewonnen, deswegen spielen wir wahrscheinlich mehr als früher. Aber Songwriting feuert mich an.

Man darf Sie getrost als Legende des Radio-Pop bezeichnen. Haben Sie selbst einen aktuellen Lieblingskünstler, der eine Radio-Legende von morgen werden könnte?

Mike Rutherford: Ich habe die vergangenen drei oder vier Jahre sehr genossen, als britische Künstler, die jahrelang in den USA zu kämpfen hatten, dort Gehör gefunden haben. Es sind einfach so viele gute Singer-Songwriter – ich denke an Ed Sheeran und Adele – auf der Bildfläche erschienen, die jetzt weltweit Erfolge feiern.

Im September kommen Sie nach München. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit der Stadt?

Mike Rutherford: Viele! Ich habe schon so oft in München gespielt – angefangen in den frühen Genesis-Tagen bis zu den großen Stadion-Touren. Es ist so eine schöne Stadt, es gibt dort fantastisches Bier, und es herrscht so eine angenehme Stimmung. Ich habe immer Spaß, wenn ich da bin.

Konzerthinweis:

Mike & The Mechanics spielen am 17. September 2017 in der Münchner Muffathalle; Karten gibt es unter Telefon 01806/ 57 00 70.

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