Mischkalkulation

- Die Kalkulation ist in jeder Hinsicht eine sehr gemischte: Finanziert wird die neue Münchner Galerie 2art momentan aus den Überschüssen einer Immobilienfirma. Ausgestellt werden sowohl renommierte als auch unbekannte Künstler. Mit diesem Konzept will die Kunsthistorikerin Angela Holzhäuser zusammen mit Alexander Heim-Kiechel und dem Rest des Bankier- und Architektenteams eine neue Plattform in der Prannerstraße 15 bieten. "Junge Künstler haben immer Schwierigkeiten, sich auf dem Markt zu präsentieren, sich bekannt zu machen und zu verkaufen."

Holzhäuser, die lange bei der Galerie Thomas war, will dem Nachwuchs nun den Einstieg erleichtern. Voraussetzung ist ein "gewisses Potenzial" sowie die Ausbildung an der Akademie oder an einer Kunsthochschule. Auch Sperriges hat hin und wieder eine Chance: Die Galerie wird im Wechsel verschiedene Gattungen und Richtungen und zwischendurch immer mal wieder arrivierte, gut verkäufliche Bilder zeigen. Der vorher verwaiste Bankraum wird jetzt von satten, farbenfrohen Gemälden eingenommen.

Maximilian Seitz, Jahrgang 1937, studierte in München und hatte bis 1987 in Rosenheim einen Lehrauftrag für Innenarchitektur. Seit fünf Jahren entwickelt er sich hin zu einer speziellen Art von Abstraktion. Nun bringt er "das Konzentrat seiner Ägyptenreisen mit allen Verrücktheiten" mit: Lichtspiele, das ganze Chaos des "Molochs Kairo". "Völlig platt" war er beim ersten Besuch in dieser brodelnden Stadt. Sechs Mal hat er mittlerweile auch das nähere Umland erkundet, wo er "alle fünf Meter ein Motiv" findet. Das sind Dächer, Gassen, Gärten, die Pyramiden oder ein Sandsturm. Die relativ gegenständlichen Skizzen vom Ort selbst werden später zu wild gestrichelter Buntheit, zu zerlegten Einzelstrukturen. Was von Ägypten bleibt, ist eine dichte Atmosphäre, die zwischen Licht und Unruhe flirrt.

Bis 2.9., Mo.-Fr. 10-17 Uhr, Telefon 089/ 25 54 43 10.

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