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Miss Platnum: Ihren eigenen Stil lebt sie ganz bewusst.

Ruth Maria Renner

Miss Platnum über ihr neues Album „Ich war hier“

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München - Am 8. Dezember stellt die Wahlberlinerin ihre neue Platte im Münchner Ampere vor. Ihr Ziel: die Hörer berühren.

Das klingt nach Abschied. „Ich war hier“ heißt das neue Album von Miss Platnum, dieser energiegeladenen Wahlberlinerin mit rumänischen Wurzeln. Aber keine Sorge, das ist kein Schlusspunkt – sondern ein weiterer Fußabdruck, den sie musikalisch hinterlassen möchte. Am 8. Dezember kommt sie ins Münchner Ampere, um die Platte vorzustellen.

Die selbstbewusste 35-Jährige, die Gipsy-Musik, Hip Hop-Beats, Elektro und R’n’B vereint, hat schon mit so ziemlich allen Großen der deutschen Szene gearbeitet. Sie tourte mit Peter Fox, Marteria, Seeed und den Fantastischen Vier, sie prägte Erfolge wie „Haus am See“, „Marteria Girl“, „Kids“ und erlangte Platin mit dem Hit „Lila Wolken“. Bundesvision Song Contest 2014, Jurymitglied bei den RTL2-Popstars – Miss Platnum, die eigentlich Ruth Maria Renner heißt, kann nicht über Langeweile klagen.

Und nun das neue Album. Woher nimmt sie bei all der Auslastung die Inspiration? „Aus dem, was mir passiert, und was ich aus meiner Umwelt aufsauge. Die Texte kommen von mir, die Musik von mir und dem Produzenten zusammen. Ich arbeite aber ab und an auch mit Co-Autoren an den Texten“, erzählt Miss Platnum. Wann immer sie das Gefühl habe, „da fehlt noch etwas“, tut sie sich mit Sängern wie Mieze Katz von MIA oder Nico Seyfrid von K.I.Z zusammen und dann wird gemeinsam getextet. Denn: „Bei meiner Musik und den Texten bin ich sehr anspruchsvoll. Ich möchte, dass das nach urbaner Popmusik à la Miss Platnum klingt und nicht nach Schlager. Es macht mir großen Spaß, mit Freunden zu arbeiten, deren Musik, Humor und Sichtweise ich schätze und teile“, sagt sie. Wenn man zusammen schreibe, dann „rollt das noch schneller“.

Öfter "Ja" sagen, nicht immer alles hinterfragen

Ihr Ziel: die Hörer zu berühren. So wie sie von ihren musikalischen Vorbildern berührt wurde. Anfangs vom Soul – Stevie Wonder, Chaka Khan, Whitney Houston, Donny Hathaway. Und später von denen, die darauf folgten, der Neo-Soul-Generation. Erykah Badu, D’Angelo, Dwele. Wenn sie im Gespräch von ihren musikalischen Vorlieben erzählt, klingt’s, als laufe bei ihr den ganzen Tag irgendeine Hintergrundmusik. „Nein, mir fällt es gar nicht so leicht, so nebenbei Musik zu hören. Ich glaube, das liegt daran, dass ich mich selbst viel zu sehr damit beschäftige und die Musik beim Hören die ganze Zeit analysiere“, sagt sie.

Auch ihre eigenen Texte sollte man genau anhören. Da geht es beispielsweise darum, bestimmte Dinge, Muster, Gewohnheiten hinter sich zu lassen. Miss Platnum selbst will öfter „Ja“ sagen, nicht immer alles hinterfragen, mit offenem Herzen, entspannt und locker auf Neues zugehen. Gar nicht so leicht für eine, die es lange Zeit gewohnt war, sich als einzige Frau in einer Männer-dominierten Szene durchzuboxen. Sie hat nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie ein bisschen anders ist als andere Frauen, hat das in ihren Texten immer wieder thematisiert. Auch das etwas, was sie nicht mehr tun möchte. „Das muss ich doch alles gar nicht mehr erzählen: Das sieht man doch“, sagt sie lachend. „Ich glaube, es ist wichtig, sich selbst als selbstverständlich anzunehmen – mit allem, was dazugehört.“

"Ist das nicht Ansichtssache?"

Und noch so eine Zeile in ihren neuen Texten lässt aufhorchen. Im Stück Königin heißt es: „Ich gewinne jedes Mal“. Ist das so? Wieder lacht die 35-Jährige. „Ob man gewinnt, oder verliert – das ist ja fast eine philosophische Frage. Denn ist das nicht Ansichtssache?“ Ganz oft denke man, man habe verloren, dabei habe man eigentlich gewonnen. Denn einem Verlust, dem wohne ja auch immer ein Neuanfang inne. Die Möglichkeit, sich zu wagen, in neue Gefühle zu stürzen, kopflos, völlig emotional. Miss Platnum: „Ich betrachte auch Verluste als Gewinn.“

Miss Platnum stellt ihr neues Album am 8. Dezember im Münchner Ampere (Muffatwerk) vor. Karten unter 089/ 54 81 81 81.

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