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Roger Waters bot in der Olympiahalle ein Mega-Spektakel.

Mission Mauersturz: Roger Waters’ „The Wall“ in München

München - Die berühmteste Wand der Popgeschichte ist zurück: Roger Waters, Ex-Pink-Floyd-Bassist und -Songschreiber war in der Münchner Olympiahalle zu Gast. Unsere Konzertkritik:

Roger Waters hat sein drei Jahrzehnte altes Opus magnum, das kryptische Konzeptalbum „The Wall“, noch einmal auf die Bühne der trotz obszöner Kartenpreise restlos ausverkauften Olympiahalle gewuchtet – als monumentales, metaphernreiches, megalomanes Monster-Mammut-Multimedia-Spektakel. Wollt ihr den totalen Konzertevent? Willkommen bei Rogers Reichsparteitag: Riefenstahl und Rummelplatz, Pyrotechnik und Puppentheater, Kunst und Kitsch kombiniert Waters zu einem berauschenden LSD-Trip in 3D mit brillanten Breitwand-Bildern und superbem Surround-Sound. Als Projektionsfläche für Gerald Scarfes atemberaubende Animationen dient eine über zehn Meter hohe und mehr als 70 Meter breite Mauer, die in der ersten Konzerthälfte aufgebaut und am Schluss eingerissen wird – eine Mission Mauersturz, die Maßstäbe setzt.

Alles Roger: In „Mother“ wagt Waters ein Duett mit dem im Hintergrund projizierten Waters von 1980, und in „Comfortably Numb“ recycelt Dave Kilminster das legendäre Gitarrensolo von David Gilmour. Doch die optischen Einfälle drängen die Musik immer wieder an die Wand – Uniformen und schwebende Schweine werden ebenso aufgeboten wie 16 herumhüpfende Kids oder eine gigantische, grotesk geifernde Lehrer-Marionette. Garniert wird die perfekt getaktete Show durch MG-Salven, Hubschrauberlärm und ein Botschaften-Bombardement: Fette Lettern bläuen uns den Slogan „Angst errichtet Mauern“ ein, und aus Kampfflugzeugen regnet es Dollarzeichen, Shell-Muscheln oder Mercedes-Sterne – Kapitalismus-Kritik mit der Keule. Überwältigt von der Reizüberflutung, fühlt man sicham Ende selbst wie in „Comfortably Numb“: angenehm betäubt.

Marco Schmidt

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