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FF: Franz Ferdinand.

Konzert-Kritik: Franz Ferdinand in München

München - Es war kein Theaterstück, nein, Franz Ferdinand (FF) haben nicht sich selbst gespielt. Auch wenn sie sich am Schluss brav verbeugen.

Nein, diese schottischen Ästhetikrocker wollten München einfach die Ehre erweisen – so sehr, dass Sänger Alex Kapranos in die begeisterte Menge sprang. Und dass sie der Stadt ihren besten Hit widmeten: „Take Me Out“. „Für meine alten Freunde hier!“, rief Nick McCarthy, der Gitarrist, der einst in Oberbayern aufwuchs und in München studierte.

Wie viele Attribute trägt diese Band, die 2004 groß wurde: Indie-Vordenker, Art-Rock, Brit-Pop, Post-Punk – stimmt alles. Sie sind unabhängig im Stil. Videos jagen vorbei, FF sehen aus wie aus dem Ei gepellt: Das schafft Distanz wie bei einer Gruppe Kunststudenten, die im Werkraum ein selbstverfasstes Existenzialistenstück aufführen, besser: performen. Man befürchtet, FF könnten in der Performance, in der Form aufgehen, in den Posen, den schwarzen Klamotten, dem experimentellen Disco-Sound. Von wegen. FF zeigen, dass ihre Songs nicht nur Kopfgeburten sind und neben dem künstlerischen einen ganz bodenständigen Anspruch haben: Sie wollen unterhalten.

Die vier Schotten rocken die ausverkaufte Tonhalle (2000 Leute) mit voller Wucht. Als sie mit „The Dark Of The Matinee“ eröffnen, fliegen ihnen die Herzen zu und die Arme in die Luft. Auch die neuen Lieder – „No You Girls“, „Ulysses“, „Lucid Dreams“ – sind wunderbar, tanzbar, mitreißend. Irgendwann kommt ein famoses Synthesizer-Special mit dem Berliner Elektro-Trio Kissogram, die als Vorgruppe gespielt hatten. Dann zünden FF noch einen Kracher: „This fire is out of control/ I’m going to burn this city...“ Was in dieser Halle, in der nicht mal Bierbecher flogen, sicher keine Aufforderung zur Destruktion ist. Die Punk-Attitüde bleibt latent. FF geht es um die Kunst, aber sie machen kein Theater, sie sind echt, und sie rocken echt gut.

von Christine Ulrich

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