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Brachten die Olympiahalle zum Kochen: Die US-Band Metallica um Frontmann James Hetfield.

Metallica feiert Auferstehung unter Särgen

München - Ein Metallica-Konzert ist sicher kein Gottesdienst, aber die Szene glich am Mittwochabend einer Huldigung. Wie um einen Altar scharten sich in München 12 000 Fans um die Bühne mitten in der ausverkauften Olympiahalle.

Über ihnen hingen Gestelle in Form von Särgen - passend zur aktuellen CD von Metallica. Denn ein Sarg ziert auch das neue Album der kalifornischen Metal-Band, die in München das erste Konzert ihrer “World Magnetic Tour“ in Deutschland gab. Bei der fast zweieinhalbstündigen Show konnten sich die Zuschauer davon überzeugen, dass die Gruppe um Sänger und Gitarrist James Hetfield mit ihrer CD “Death Magnetic“ wieder zu härteren Klängen gefunden hat. Das Konzert war damit auch eine Auferstehungsfeier für den Metallica-Sound früherer Jahre.

Metallica: Das Konzert in München

“Good stuff“, also gutes Zeug, hatte Hetfield zu Beginn des Konzerts angekündigt. Der ergraute 45-Jährige legte mit seinen drei Bandkollegen denn auch rasant los. Die vier donnerten die Songs “That Was Just Your Life“ und “The End Of The Line“ in die Halle. Die beiden temporeichen Stücke stehen auch am Anfang der neuen Platte - und ließen Kritiker zuletzt jubeln. “Death Magnetic“ sei das beste Metallica-Werk seit 17 Jahren, urteilten einige.

Den Puristen unter den Freunden des Thrash Metal hatte es missfallen, dass die Band nach Veröffentlichung ihres legendären schwarzen Albums im Jahr 1991 zunehmend in seichtere Gefilde abgedriftet war. Ihnen kam Metallica etwa mit dem Best-of-Album “S&M“ von 1999 dem Massengeschmack zu nahe. Die CD war gemeinsam mit dem San Francisco Symphony Orchestra aufgenommen worden.

Mit “good stuff“ meinte Hetfield am Mittwoch aber auch die Klassiker von Metallica. Das Publikum musste nicht auf Hits wie “Unforgiven“ oder “Enter Sandman“ verzichten. Als die Musiker den balladesken Ohrwurm “Nothing Else Matters“ anstimmten, applaudierten die 12 000 Zuschauer euphorisch. Feuerzeuge wurden angezündet. Und anders als bei einem Konzert im September 2008 in Berlin geizte die Gruppe diesmal nicht an optischen Effekten. Feuerbälle verpufften auf der Bühne, Laserstrahlen schossen durch die Halle.

Hetfield und seine Bandkollegen lieferten eine energiegeladene Darbietung. Immer wieder sprinteten sie über die Bühne, die in der Mitte der Olympiahalle aufgebaut war. Wenn Hetfield in die Saiten griff, verzog er sein Gesicht zu einer brüllenden Grimasse. Trotzdem hatte der Sänger viele Nettigkeiten für sein Publikum übrig: “You make Metallica feel good“, rief er. “Dank Euch geht es Metallica gut.“ Am Donnerstag sollte die Band nach Leipzig weiterreisen. In Deutschland folgen danach noch Konzerte in Stuttgart, Frankfurt/Main, Hamburg, Oberhausen und Köln. Fans, die sich noch keine Tickets gesichert haben, werden aber nichts davon haben: Nach Angaben des Konzertveranstalters waren alle diese Konzerte binnen weniger Minuten ausverkauft.

Von Michael Kieffer, dpa

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