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Robin Gibb, Mitglied der legendären Bee Gees, tour durch Deutschland

Robin Gibb mit Bee-Gees-Hits auf Tour

Zwickau - Die Stimme ist unverkennbar. Jeder, der schon einmal zu "Night Fever" in der Disco getanzt hat, kennt sie - die Falsettstimme von Robin Gibb, Mitglied der legendären Bee Gees.

Nach mehreren Jahren Pause tourt der 59-Jährige nun wieder durch Deutschland.

Beim Auftakt am Freitagabend im sächsischen Zwickau wurde er von mehr als 3500 begeisterten Fans in der ausverkauften Stadthalle frenetisch gefeiert. Um 20.50 Uhr - zehn Minuten früher als angekündigt - schritt Gibb gemächlich auf die Bühne. Im hellen Anzug, darunter ein blaues T-Shirt, hob er sich von seiner ganz in Schwarz gekleideten achtköpfigen Band ab - und machte so gleich klar, wer hier der Star des Abends war. Und natürlich saß auch die typische blau getönte Brille auf seiner Nase.

Unter dem Motto "An Evening of Bee Gees Greatest Hits" (Ein Abend der größten Bee-Gees-Hits) werde Gibb den Mythos und die Hits der Band zelebrieren, hatte die Agentur des Künstlers in ihrer Ankündigung geschrieben. Und so kam es auch: Nach jedem Lied ließ sich der 59-Jährige feiern und bedankte sich jeweils minutenlang mit Verbeugungen und erhobenen Daumen. Zuschauerinnen überreichten ihm zwischendurch Blumen, sogar Band und Background-Sänger applaudierten.

Zwar wirkten Gibb und seine Band etwas steif: Der Sänger hielt sich die ganze Zeit an seinem Mikrofonständer fest und ließ nur ab und an die Hüften kreisen, die Musiker blieben stramm auf einem Fleck stehen. Doch von Anfang an wurde jeder Titel vom Publikum euphorisch beklatscht. Bei "Massachusetts", dem ersten Nummer-Eins-Hit der Bee Gees von 1967, riss Robin Gibb seine Fans zum ersten Mal von den Sitzen. Der 59-Jährige gab auch neuere Solo-Produktionen zum besten und mehrere Stücke, die die Bee Gees für andere Künstler geschrieben hatten, etwa "Heartbreaker" von Dionne Warwick. Da störte es auch nicht, dass die Bassbox zwischenzeitlich Probleme bereitete, wofür sich Gibb, ganz britischer Gentleman höflich entschuldigte. Das Publikum, fast durchgängig älter als 45 Jahre, war ohnehin gekommen, um den Sound der 1960er und 1970er zu erleben, den die drei Brüder Gibb jahrelang geprägt hatten. Ob "Words" und "I've Got A Message For You" aus der Anfangszeit der Band oder "How Deep Is Your Love" und "Jive talkin" aus dem Film "Saturday Night Fever" mit John Travolta - Gibb gab den Fans, wonach sie verlangten: Die Bee Gees.

Auch wenn Robin allein auftrat, seine Brüder Barry und der 2003 gestorbene Maurice schienen mit ihm auf der Bühne zu stehen. Sie sind drei der erfolgreichsten Künstler aller Zeiten: 200 Millionen verkaufte Platten und mehr als 6500 Coverversionen ihrer Hits sprechen eine deutliche Sprache. Im kommenden Jahr steht das 50. Gründungsjubiläum der Band an. Der Disco-Sound der 1970er Jahre wird wohl noch für lange Zeit mit ihrem Namen verbunden werden. Für die Fans in Zwickau war daher klar: "Bee Gees forever!" (Bee Gees für immer!), stand auf einem Plakat, das ein Fan hochhielt.

(Weitere Konzerte in Mannheim (3.), Rostock (6.), Hamburg (7.), Leipzig (9.), Köln (10.), Oberhausen (12.), Stuttgart (13.), Erfurt (15.), Berlin (16.), Hannover (17.), Frankfurt (19.), Wien (22.) und Graz (23.))

dpa

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