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Roger Moore.

Sir Roger rettet weiter die Welt

München - Als James Bond rettete Sir Roger ­Moore sieben Mal die Welt – auf der Leinwand. Als Unicef-Botschafter rettete er Millionen Menschen ganz ­real vor Hunger, vor Durst und vor Verwahrlosung.

Dafür wurde er von der Queen zum Commander of the British Empire und schließlich Ritter geschlagen; dafür wurde er auch mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Und jetzt ist Sir ­Roger Moore (82) mit seiner Frau ­Christina in der Stadt, um den Deutschen Entertainment Preis DIVA für sein ­Lebenswerk entgegenzunehmen. Am Montagabend checkte er im Hotel Bayerischer Hof ein und genehmigte sich im polynesischen Restaurant Trader Vic’s einen Drink. Als Brite, der in Monaco und im schweizerischen Crans-Montana lebt, ist Sir Roger Moore eben Weltbürger. Von Format. Ein wahrer Gentleman mit britischem Sinn für Humor. Am Revers seines dunkelblauen Zweireihers trägt er das Bundesverdienstkreuz. Sir Roger weiß, was sich gehört. Sein Händedruck ist fest, er lächelt, drückt mit britischer Höflichkeit seine Freude über die Begegnung aus, bevor er einen Kaffee bestellt.

Wie geht es Ihnen heute Morgen, Sir Roger Moore?

Sir Roger: Es ist eine Art von Aufwachen. Ich komme nämlich gerade aus Vilnius, wo ich ich vier Tage lang war, um an einem großartigen Gala-Dinner und Benefizkonzert für ein Bildungsprojekt in Afghanistan teilzunehmen. Unicef will dort zwei Schulen bauen. Doch in Litauen war es ausgesprochen kalt – ­minus 28 Grad!

In München haben Sie es auf alle Fälle gemütlicher ...

Sir Roger: Ja, eine wunderbare Stadt!

... und Sie bekommen die Diva verliehen. Können Sie Ihre Preise überhaupt noch zählen?

Sir Roger: Oh no!

Welcher Preis bedeutet Ihnen denn besonders viel?

Sir Roger: Sehen Sie den hier? Das ist das Bundesverdienstkreuz. Dann kam der Ritterschlag. Auch viele Preise von Illustrierten und Publikumsauszeichnungen – damit kann man auch jemanden zum Narren machen –, in Frankreich wurde mir der Kulturorden Arts et des Lettres verliehen, und dann wurde ich ja noch Doktor der Rechtswissenschaften in Kanada. Wenn Sie also jemanden in Kanada umbringen, könnten Sie mich anrufen.

Viele der Auszeichnungen bekamen Sie für Ihre Schauspielkunst, aber auch für Ihr langjähriges Engagement für Unicef. Was bedeutet Ihnen diese Arbeit – Sie könnten sich ja auch ein schönes Leben machen?

Sir Roger: Ich stelle den Menschen eine andere Welt vor – eben die von Unicef. Und man hört nicht damit auf, solange man dafür Aufmerksamkeit bekommt – und Spenden­gelder.

Waren Sie auf Haiti seit dem schrecklichen Beben?

Sir Roger: Nein. Es ist schrecklich, was dort passiert ist. Wir teilen die Welt in zwei Kategorien von Notlagen auf – die Naturkatastrophen und die ­stille Not, wo die Armut immer präsent ist, wo die Kinder keinen Zugang zu Bildung haben. Das ist mein Thema – Gelder für Bildung aufzutreiben. Denn es ist doch auch eine Katastrophe, wenn ein Kind oder seine Mutter ein Warnschild vor Landminen nicht lesen kann!

Was sagt Ihre Frau dazu, dass Sie Ihre Aufmerksamkeit mit Unicef teilen muss?

Sir Roger: Wir reisen immer zusammen, und ohne sie könnte ich die Arbeit gar nicht machen. Sie ist übrigens ein viel besserer Botschafter für Unicef als ich – sie ist fast physisch mit der Not der Kinder verbunden.

Was bekommen Sie für Ihr Engagement?

Sir Roger: Einen Dollar im Jahr. Und die Befriedigung, ­etwas Sinnvolles getan zu haben.

Würden Sie sagen, Sie sind ein guter Mensch?

Sir Roger: In Drehbüchern – ja.

Als 007 haben Sie die Welt retten können – vermissen Sie die Rolle?

Sir Roger: Vor allem mein Bankmanager und mein Agent. Ich vermisse die Arbeit mit einer Filmcrew und ich vermisse den Prozess des Filmemachens.

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